Samstag, 13. September 2008

Rotkäppchen betreibt bösartige Verleumdung!

Vielleicht wundert sich der eine oder andere treue Leser, warum nach einer einwöchigen Abwesenheit meinerseits plötzlich die Hälfte der Artikel fehlt.
Das liegt daran, dass einige Menschen aus dritter oder vierter Hand von diesem Weblog erfahren haben und deshalb zur nächsten Autoritätsperson gingen, um sich über meine Hinterhältigkeit zu beschweren, anstatt mit ihrem Antrag auf Vernichtung der betreffenden Schriften direkt zu mir zu kommen (sieht jemand das Paradoxon?).
Betreffende Autoritätsperson kam nicht selbst zu mir, sondern ließ mir ausrichten, dass ich ziemlich auf die Fresse bekäme, sollte ich die Einträge nicht löschen (oder war's der ganze Blog?).
Sollte wohl eine pädagogische Maßnahme sein im Sinne von: "Guck mal, Autoritätspersonen können auch alles hintenrum machen." Immer diese Vorbildfunktion... *g.
Aber weil ich ein halbwegs netter Mensch bin, hab ich über diesen Skandal den Anklägern gegenüber kein Wort verloren und mich gleich heute daran gemacht, alle diffamierenden Texte aus dem Netz zu nehmen (wobei ich anmerken möchte, dass ich keineswegs Gerüchte in die Welt setze, sondern lediglich Beobachungsberichte anfertige, aber genug der Rechtfertigung.).

Als letztes möchte ich noch konstatieren, dass nur eine oder zwei der involvierten Personen diesen Blog tatsächlich gelesen haben.
Und was lernen wir daraus: Schreibe nie eine Kritik, ohne vorher das Buch gelesen zu haben, vielleicht ist es stilistisch gar nicht so schlecht.

Dienstag, 26. August 2008

Spannender Spannen in der StraBa - für Anfänger

Heute bin ich mit der Straßenbahn heimgefahren.
Nicht, dass ich das sonst nicht mache.
Heute sind mir diverse komische Dinge über den Weg gelaufen.
Nicht, dass mir so was sonst nicht passiert.

Trotzdem.

Schon mal einen HdR-Ork in einem öffentlichen Verkehrsmittel gesehen?
Nein?
'Türlich nicht, die tarnen sich. Man muss aufs Profil achten.
Orks haben diese typischen, abgeflacht-runden Schnüffelnasenstummel, die lassen sich ziemlich schwer verändern.
Genau solch eines Schnüffelnasenstummels wurde ich heute in besagtem öffentlichen Verkehrsmittel gewahr und konnte nicht umhin, mir die Besitzerin (ja, es gibt auch weibliche Orks. Vielleicht war's aber auch ein Crossdresser) etwas genauer anzusehen.
Da waren beispielsweise diese gelb-grünlichen, hellen Augen mit winziger Pupille... (Meine sind nicht gelb-grün! Wo denkt ihr bloß hin, die sind hellbraun-grün!).
Oder das Indiz, dass die Frau eindeutig genug Make-Up aufgelegt hatte, um ihre natürliche Hautfarbe abzudecken, außer an den Augenlidern - da war die Haut grün.
Schließlich und endlich trug sie eine beunruhigende Mischung aus Kunstleder, Kunstveloursleder, Pannesamt und ziemlich HdR-mäßig bedrucktem Stoff, der ganz furchtbar verdächtig nach Kriegsbeute aussah.
Es könnte natürlich auch nur so 'ne Ethno-New Age-Hippie-Pseudokelten-Wicca-Tante gewesen sein.

Mittwoch, 13. August 2008

Der Krampf mit der Bestie

Und da saß Fionn nun, bebend vor Angst, in ihre Decke eingewickelt, und harrte der Dinge, die da kommen wollten. Die Verletzung, die das Biest ihr beigebracht hatte, ließ die Haut anschwellen und machte sie nur noch mehr zittern. Was, wenn die blutrünstige Bestie in der Dämmerung erneut zuschlagen sollte?

Der geneigte Leser liegt ganz richtig, es geht um eine Mücke. Genauer gesagt eine Nematocera von der Familie der Culicidae. Das liest sich aufs erste hinschauen vielleicht edel, ist aber mehr als nur nervig.
Man hat nämlich noch genau eine Stunde wohlverdiente Zeit, um sich im Bett zusammenzurollen, nachdem man sich beinahe diverse Körperteile abgefroren hat (man neigt dazu, die Decke im Schlaf wegzutreten oder sich zumindest darin zu verheddern) und dann?
Richtig.
ssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssss

Scheißvieh.
Da vergeht einem jeglicher Zynismus.
Weil man sich dann schon um halb sechs morgens damit rumärgert, dass der Spann juckt wie blöde und man Bedenken haben muss, dass es in der Nächsten Nacht so weitergeht.

Mein Erzeuger hat nicht mal 'ne Fliegenklasche daheim.

Ich sehe also nur eine mögliche Konsequenz: Ich werde in Zedan baden, mein Zimmer damit einsprühen und die Mücke nach Möglichkeit in dem Zeug ertränken.

So viel zu meinem guten Morgen.


Samstag, 10. Mai 2008

Hornhaut in Zeiten der Entmenschlichung duch die Industrie

Ich habe mir eine Frauenzeitschrift gekauft.
Ja, ich weiß.
Ich les das nur, um zu wissen, welche Trends ich nicht befolgen darf.
Wirklich.
In besagter Frauenzeitschrift fand ich den wunderbar informativen Artikel Überleben in High Heels. Klingt meiner Meinung nach nach einem Jacky Chan-Film aus den späten Achtzigern.
Mal davon abgesehen, dass ich als aufgeklärte, emanzipierte Frau mit dem starken Bedürfnis nach funktionierenden Fußknöcheln so etwas wie High Heels nicht mal besitze, toll.
Und was schlägt die Red. vor?

SCHÖN ZART
Gepflegte Füße sind widerstandsfähiger,
aha, deshalb regelmäßig die Hornhaut im Zaum halten. Hey, ich pflege meine Hornhaut! In der Barfußsaison am besten jeden morgen [...] mit einer Keramikfeile bitte was? sanft über die gefährdeten Stellen meine Füße sind nur ohne Hornhaut gefährdet rubbeln. Klingt ja sexy.
[...]
z.B. Hornhautentferner von
Tiergetestet für übertrieben viel Geld.

Was ich mich als erstes fragte, war: Woher wissen diese Leute, was barfüßig ist, wenn sie behaupten, dass man ohne Hornhaut besser dran ist? Sind diese Leute schon mal barfüßig über einen Kiesweg gelaufen? Steht so was auf Wikipedia?
Oh.
Tut es.
Hornhaut kann sich auch durch eine Arsenvergiftung bilden. Faszinierend.

Also, weshalb sollte jemand so was tolles wie eine Hornhaut an den Füßen loswerden wollen? Nach dem Krieg war man froh über jede Hornhaut, die man kriegen konnte!

Die Jugend von heute ist ja so undankbar.


Montag, 28. April 2008

Emo/ SVV-Week

Das wollten wir eigentlich schon vor zwei Wochen machen.
Ich persönlich kenn ja keine Emos, nur drogenabhängige Möchtegerngothics oder dauerdeprimierte Menschen mit dauergefärbten Haaren.

Theoretisch hätte ich ja jetzt sowiso erstmal Dampf zum Thema LARP abgelassen, aber da ich schon oftgenug vom Sockenzombie zu hören kriegte: "LARP ist nicht alles!", musste ich meine Weltanschauung komplett neu aufbauen und mich damit auseinandersetzen, dass besagter Sockenzombie eine Festrolle/ Applaus für seinen Superplot/ SL sein wollte.

Wer 'ne große Klappe hat, muss auch schlucken können, stimmts? (insider)

Also, die Emo-Woche folgt. Ich bitte um Gastbeiträge!

Mittwoch, 2. April 2008

Forenmobbing

Und wieder ein Gastartikel, dieses Mal vom Lieblingsjedi.
Möge die Macht mit euch sein!

Wie alles begann…

Aus purer Langeweile tut man ja meist die komischsten Sachen, so auch ich vor etwa einem Jahr, als ich viel zu gut gelaunt beschloss, dem leidigen Phänomen des Wahns der Fans von Teenie-Bands anhand eigener Feldstudien (BRAVO war aufgrund des geringen Informationsgehaltes leider nicht geeignet) auf den Grund zu gehen. Da Google mein Freund ist, fand ich schnell ein passendes Forum, in dem ich mich einfach mal auf gut Glück mit dem Nickname „Bambi“ anmeldete und die Studien begann.

Im Verlauf des vergangenen Jahres habe ich zwar mehr mit der stark vertretenen „Hater“-Fraktion zu tun gehabt (Die Jungs und Mädels sind richtig nett teilweise), doch bin ich auch weiterhin meinem Forschungsdrang nachgegangen und habe mittlerweile einiges über den Geisteszustand der Fans in Erfahrung bringen können.

Im Folgenden soll nun ein besonders schönes Beispiel für die Art des verwöhnten Rotzbalgs, das diesen schönen, von mir kommentierten Beitrag in einer seitenlangen Diskussion über die Mütze (!) des/der Frontsängers/-in einer zu meinem Leidwesen sehr bekannten Teenie-Band abgab.


Princess_Nadine hat Folgendes geschrieben:[Der Name scheint Programm]

*ähm* [Ich höre, aber nicht lang]

ich will ja ned angeben, [=Ich will angeben]

aber ich hab auch scho eine und mei Klamotten sin au nur vn solchen Marken [Ich sag doch, du willst angeben]

und ich finde des is ned soviel [Klar, 130€ für ne Mütze sind total billig, kauf ich jeden Tag],

die sin ja von ED HARDY [BITTE WEM?]

und ich kann se mir gut leisten [Allem Anschein nach ein Bonzenkind]...

Odda heißt es wohl jeder der in dem Forum is kann sich sowas ned leiten und is n armer schlucker.... [Nicht jeder hier ist ein armer Schlucker, wir haben nur nicht zuviel Geld für unnütze Klamotten]

*ich will echt end oberflächlich klingen* [=Doch, will ich]

wollte des nur klarstellen [Was? Dass du Bonzenkind bist? Naja, solang es dein Selbstwertgefühl steigert...]

Hab euch voll lieb [Leider eine recht einseitige Zuneigung,
zumindest nach diesem ersten post]

gruß Nadine


Zu erkennen sind Anzeichen der Einstellung „Ich bin ja soooo toll, ich hab nämlich nur Designerklamotten und zwar exakt dieselben, die mein Schwarm auch hat und die sauteuer sind, weil sie von ED HARDY sind.“.

Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass ein solch komplizierter Satzbau wie in der Einstellung für manch Siebzehnjährige dort ohnehin schon viel zu hoch ist (doch davon zu anderer Zeit mehr), werden mehrere wichtige Erkennungszeichen des durchschnittlichen Fans mit wohlwollenden Eltern sichtbar:

  1. Die weitestgehende Definition der eigenen Person über das Äußere, vollkommen schwachsinnig, aber wer kein Selbstbewusstsein hat, braucht so was halt.
  2. Diese Klamotten müssen teuer sein (siehe wohlwollende/genervte Eltern), exakt denen des Idols entsprechen und möglichst noch im selben Laden –dabei ist auch die Stadt, in der es gekauft wurde durchaus von Bedeutung, wenn auch eher selten- gekauft sein wie die des Sängers/der Sängerin. Sehr von Vorteil ist es hierbei natürlich, dass besagtes Fronttier permanent sehr weiblich aussieht, eine Kleidungsübereinstimmung ist also sehr gut möglich.
  3. Daraus resultierend der freiwillige, allmähliche Verlust der eigenen Person durch immer stärkere Identifizierung/Vergötterung mit dem Objekt der Begierde.
  4. Der Versuch, sich eine heile Welt zu schaffen, in der man mit allen auf gutem Fuße steht und sich „ganz dolle lieb hat“. Eine gewisse Realitätsferne, die bei allen Unterarten des Fans festzustellen ist.
  5. Eine sehr gewagte Formulierung, die neben gängigen Rechtschreibregeln –sowohl alt als auch neu- auch Grammatik sowie Interpunktion und nicht selten auch die Verständlichkeit des Geschriebenen außer Acht lässt, geradezu missachtet. Doch auch davon später mehr.

Soviel zur Kleidungswahl des durchschnittlichen Fans, weitere Forschungsergebnisse
werde ich noch in Worte fassen, derweil ich einen Thread über die Unterwäsche der
Gruppe und wo sie gekauft wurde erwarte.

Samstag, 29. März 2008

Café-Ing?

Diesmal von unserem Krisengebietskorrespondenten, dem Sockenzombie.

Warum hab ich mich überhaupt dazu breitschlagen lassen, meine Schwester und ihre Freundin nach Hause zu taxieren? Nächstes Mal sollen die selber sehen wie sie heimkommen. Ehrlich, liefe bei mir jeder Abend so ab wie dieser, ich würde wahrscheinlich Depressionen kriegen. Oder an akutem Stumpfsinn erkranken. Oder Zuflucht im Alkohol suchen. Oder alles zusammen. Der Durchschnitt scheint hier ja bei zwei von drei zu liegen – und dabei handelt es sich in der Regel um die beiden zuletzt genannten Möglichkeiten. Lassen wir diesen Abend mal Revue passieren.

Ich hab mich also dazu bereit erklärt, die beiden nach Hause zu fahren, weil ja Feiertag ist und deswegen keine Busse fahren und ich ja sowieso freitags das Auto habe und so weiter. Weil mein favorisiertes Ziel aus Feiertagsgründen ebenfalls geschlossen hat und meine Freunde wegen der Ferien wer weiß wo überall verstreut sind, entschließe ich mich eben, den beiden für einen Abend Gesellschaft zu leisten.

Ca. 19:30, vielleicht auch schon etwas später:
In einer Art Café treffe ich die beiden Damen im so ziemlich verstecktesten Winkel an. In diesem Etablissement ist das beliebteste Getränk eine heiße Schokolade, die zu etwa 95% aus Zucker besteht. Aber heute Abend habe ich anscheinend Glück, denn mir lacht eine Früchteteegesellschaft entgegen. Während ich meine Bestellung an der der Damen ausrichte, flammt in mir die Hoffnung auf, dass dieser Abend möglicherweise gar nicht so schlimm wird. Man erzählt sich ein paar kleine Anekdoten, liest den Teesatz (mit anderen Getränken geht das besser), natürlich wird man auch Zeuge der Entstehung von spontanen Stillleben und Detailaufnahmen des Inventars durch die immerzu mitgeführte Digitalkamera, aber große Selbstfotografien-Orgien, die ihre finale Ruhestätte auf Myspace oder SchülerVZ finden, bleiben glücklicherweise aus. Die beiden versuchen, mich zu überreden, sie einzuladen. Mädels, ich fahr euch doch schon, und so viel Geld verdiene ich mit meiner Zivi-Stelle auch nicht!

Ab ca. 20:00
Wechsel der Örtlichkeiten, es geht weiter in eine nahe gelegene Kneipe. Theoretisch gesehen bietet dieser Ort die perfekten Voraussetzungen für einen gelungenen Abend, die Musik ist im Gegensatz zu den meisten anderen Clubs erstens gut und zweitens leise genug, dass tatsächlich eine Unterhaltung möglich ist. Es kommt auch eine Unterhaltung zustande, nur dumm, dass diese hauptsächlich von Insidern meiner Begleiterinnen geprägt ist. Die Damenschaft bestellt sich Getränke auf Bierbasis. Ich als Fahrer begnüge mich für den ganzen Abend mit einer Spezi und einer Sprite. Irgendwann setzt sich irgendein Student mit an den Tisch, der offenbar mit meiner Begleitung bekannt ist. Es beginnt ein hochinteressantes Gespräch, dessen Hauptinhalt es ist, die auswendig gelernten, besten Passagen aus einer TV-Serie zu rezitieren. Ja, ich weiß, die Simpsons sind göttlich. Und dieses Gespräch wäre auch wirklich die Zeit wert, die es beansprucht/totschlägt, wenn ich diese ganzen Zitate nicht selbst schon auswendig kennen würde.

Ca. 22:30
Mit der Zeit gesellt sich ein weiterer Student zum Tisch hinzu, das Gesprächsthema bleibt die meiste Zeit dasselbe. Irgendwann wird auch ein Buch zum Teil des Gesprächs, man führt uns ein darin vorkommendes Bilderrätsel vor. Um was es in dem Buch geht, hab ich nicht rausgekriegt. Nur absolut krank soll es sein. Irgendwann wechseln wir zur Sitzgruppe. Das Sofa ist zwar weicher, aber wenn man bedenkt, wie gedrängt wir darauf zunächst Platz nehmen müssen, wird die Frage, ob es bequemer war als vorher, eher zu einem streitbaren Thema. Durch den Ortswechsel hat sich nur die Anzahl der Personen am selben Tisch erhöht. Von einer Steigerung des Gesprächsniveaus bekomme ich nichts mit. Irgendwas stinkt nach Sauerkraut. Ich bin hundemüde. Nächstes Mal bestell ich wieder ne vollwertige Cola. Wie spät ist es? 23:30? Ist das nicht eine gute Zeit, um heimzufahren? War ja nur ein Vorschlag. Ich bin echt hundemüde. Versuche, durch Zurücklehnen und Augen ausruhen wieder ein wenig wacher zu werden und lehne mich im Kampf gegen die Einengung zurück. Ich werde nicht wacher, aber richtig schläfrig bin ich auch nicht. Nur müde. Ich versuche, wieder das Thema des Gesprächs aufzuschnappen, sehe aber, dass sich mit Ausnahme der Hinzunahme von Internet-Videos in den engen Themenpool nicht viel geändert hat. Der Rat von meiner Schwester Freundin: „Schlaf ruhig weiter.“

Ca. 01:30
Verdammt, langsam werde ich wieder einigermaßen wach. Die Essenz des Gesprächs ist immer noch die gleiche. Offenbar schauen sich die Herren Studenten ihre ganzen Serien im Originalton an, war schon zu vermuten, da ihre Zitate nicht exakt mit der offiziellen Übersetzung übereinstimmten. Jetzt, zu fortgeschrittener Stunde und fortgeschrittenem Alkoholpegel fallen die spontanen Übersetzungen natürlich schwerer, daher wird eben auf Englisch zitiert. Auch wenn ich jetzt wach bin, und aus purer Langeweile fast schon wieder Interesse am Gesprächsinhalt habe, muss ich schnell resignieren, da ich aufgrund der vom Alkohol betäubten Zungen nur noch die Hälfte verstehe. Inzwischen sind auch Sauf- und Kotzgeschichten in den Gesprächsstoff eingeflossen, nur um zu erwähnen, dass es nicht den ganzen Abend um TV-Serien ging. Wie sieht es mit meiner weiblichen Begleitung aus? Die scheinen noch das gesamte Gespräch zu verstehen, oder sie tun zumindest so und haben trotzdem ihren Spaß. Vielleicht muss man dafür auch einfach nur genug Alkohol getrunken haben.

02:30
Die Kneipe schließt ihre Pforten, fünf Menschen stehen auf der Straße. Genauer gesagt, zwei Studenten mit jeweils ca. sieben Bier intus, zwei Schülerinnen mit drei Bier oder Radler und ein Fahrer mit einer Spezi und einer Sprite. Am Ende des Abends haben wir noch festgestellt, dass wir ziemlichen Hunger haben und ich habe eine mögliche Pizza ins Gespräch gebracht. Die beiden Studenten haben daraus dann eine Dönerpizza gemacht, die wir unbedingt mal probieren sollten. Ein echtes Pech, dass die angepeilte Dönerbude wider Erwarten schon geschlossen hat. Das wäre ein guter Zeitpunkt, zum Auto zu gehen und heimzufahren, denk ich mir. Aber die Gesellschaft marschiert lieber einfach mal so ins Blaue hinein. Und die Mädchen finden’s auch noch toll. Haha, von wegen ins Blaue. Das Ziel ist natürlich eine andere Dönerbude. Da bestellen sich die beiden Studenten ihre Döner. Für sich. Der Rest der Gruppe wartet im penetrant nach Knoblauch stinkenden Essraum darauf, dass die beiden fertig gegessen haben. Wie lange soll das eigentlich noch dauern? Ich versuche, die beiden Damen mit einer Pizza zu bestechen, die ich ihnen in einer Pizzeria spendieren will, die auf dem Weg zum Auto liegt. OK, letztendlich stellt sich heraus, dass die auch schon zu ist (Ich hätte eine gekauft, wenn offen gewesen wäre, ehrlich!). Aber wenigstens sind wir jetzt auf dem Rückweg zum Auto. Die beiden Studenten kommen mit, weil nur ein kurzer Umweg zu ihren Häusern nötig wäre. Einer versucht, mich auf dem Weg dazu zu überreden, statt meines zuvor angestrebten Studiengangs im gestalterischen Bereich etwas vollkommen Trockenes, Technisches zu studieren. Mann, glaubst du echt, ich hätte das ausgeschlossen, wenn mich etwas in der Richtung auch nur ein bisschen interessieren würde?

03:11
Nach einer irrational lang andauernden Tour komme ich endlich mit meiner Schwester daheim an.

03:32
Endlich liege ich in meinem Bett. Nächstes Mal dürft ihr wieder Bus fahren.


Wir danken dem Verfasser für diesen ausführlichen, unter Lebensgefahr geschriebenen Bericht.
Armer Junge!

Für Clubbing sind wir zu doof.

Samstag, 22. März 2008

Ein Monster namens Jugendkultur

Die Dämonen heißen Myspace, Viva, MTV, Blond oder Clubbing.
Sie schleichen sich hinterrücks an Jugendliche an und werfen sich auf sie drauf. Zwar magersüchtig, aber dennoch übergewichtig drücken sie sie nieder und schlagen ihnen die Reißzähne in den zarten Nacken, um sich an frischem, sich neonpink verfärbendem Blut zu laben...
Keine Übertreibung!
Man wird quasi überschwemmt von Dauerparties, angesagten Clubs, trendigen Klamotten, Neologismen und Drinks, die eindeutig nach militärischem Ablenkmanöver klingen.
Oh, und Internet-Communities und Single-Börsen.

Hätte ich ein selbstgeknipstes Foto von mir, auf dem man nur das halbe Gesicht sehen kann, würde ich es hier als ganz schreckliches Beispiel reinstellen.
Leider habe ich keinen Myspace-Account und keine dämliche Frisur.
Ich werde auch nicht von meinen Freunden abgelichtet, dafür bin ich zu unfotogen, denn ich habe weder zwanzig Pfund Untergewicht, noch als Ausgleichsgewicht Make-up und Mascara (Und Kajal. Und Lidschatten.)
Pech.

Da ich beinahe wöchentlich ein wissenschaftlich wertvolles Magazin zum Studium der heutigen Jugend, ähm, kosumiere (trotz des beknatterten Layouts, der Wortwiederholungen, der niegrigen Druckqualität und der eindeutigen Voreingenommenheit der Red.), fühle ich mich tatsächlich in der Lage, eine Statistik, eine sog. In- & Out-Liste, zu erstellen, die die Weltsicht von Jugendlichen im Alter von 12 bis 21 Jahren verdeutlichen soll.

In

- Kinderarbeit zur Produktion peinlichen Schuhwerks und einheitlicher Kleidung (known as Chucks und H&M)
- fehlender Emanzipationswille bei Frauen
- Psychotherapien
- psychische Probleme
- Einheitsbrei
- Jugendkultur
- Manga und Anime (immernoch)
- Autos

Out

- Gesundheit
- Manieren
- Standardtänze
- Doctor Who
- Cartoons (gute)
- Fahrräder
- Kinderbücher (die gibt es ja eigentlich gar nicht)
- ShaNaNa

Ich könnte nicht behaupten, daß ich etwas gegen Benimmuntericht an deutschen Schulen hätte, zumindest nichts effektives.
Wenn mir eine Vierzehnjährige im Park brüllenderweise mitteilt, daß ich ihrer Meinung nach keinen BH trage, so halte ich das doch für äußerst bedenklich.
Wenn ich auf einem Schulhof mit Sachen beworfen werde, weil ich ein Buch lese, anstatt hinter der Turnhalle zu rauchen, halte ich das für ziemlich dämlich.
Wenn ich auf MTV eine von Mami und Papi finanzierte Studentin sehe, die laut und nicht sonderlich gut singt, Punk draufschreibt und dann als nächste Nina Hagen angepriesen wird (arme Nina), dann halte ich das für ein weiteres Zeichen, dass die Apokalypse nicht mehr weit sein kann.
Zumindest gesellschaftlich gesehen.

Donnerstag, 20. März 2008

Regelwerk-MSTing 2

Nachdem ich gestern über die erste Seite Gift gespuckt hab, mach ich das selbe mit der zweiten.
Ta-Da!

Widerstandsfähig (4/8)
Stufe 1: Der SC ist resistent gegen die meisten normalen Krankheiten und leichte Gifte.
Stufe 2: Der SC ist auch gegen starke Gifte fast immun. Er erleidet kaum Auswirkungen.

Warum erleide ich ständig Auswirkungen? Womit hab ich das verdient?

Fähigkeiten - Spezialisten

Können alles. Quote: "Haha, ich kann alles!" ->

Heiler (2/4/7)
Allgemein: Der SC kann Wunden behandeln (muss komplett ausgespielt werden).Außerdem hat er geringe Kenntnisse von der Anwendung einiger Heilpflanzen.
Stufe 1: Jeder verlorene Lebenspunkt benötigt 20 min. zur Regeneration.
Stufe 2: Der SC kann auch Krankheiten behandeln
(Er kann also Tee kochen und ihn in eine Tasse füllen. Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er dafür nur vier Punkte ausgeben musste!). Jeder verlorene Lebenspunkt benötigt 15 min. zur Regeneration.
Stufe 3: Der SC weiß einiges über die Anatomie des Menschen
(Möglichkeit a): Er ist ein Schwerverbrecher. Möglichkeit b): Er hat im Orient studiert) und kennt praktisch alle Krankheiten (Mir ist es grundsätzlich egal, ob er sie kennt. Mir reicht es, wenn er sie heilen kann.). Jeder verlorene Lebenspunkt benötigt 10 min. zur Regeneration.

Alchemist (4/ +X)
D
er SC kennt sich mit Tränken und Tinkturen aus und kann solche versuchen zu analysieren, was jedoch einige Zeit braucht (bitte ausspielen) Nein, ich setz' mich solang in mein Zimmer und analysiere mein Bier.
Stufe 1: Zwei Trank-Rezepte der Stufe 1.
Stufe 2+: für weitere Trank-Rezepte muss der Alchemist so viele AP bezahlen, wie die Stufe des Tranks beträgt.
"Mein Heiltrank hat 10 AP, den hatte ich auf'm Drachenfest und auf Mythodea dabei!"

Handwerker (je 2)
Mit dieser Fähigkeit ist der Charakter auf einem der folgenden Gebiete bewandert: Holz, Leder , Metall, Stoff (auch Hanf, LSD, Platte). Er kann damit entsprechende Gegenstände anfertigen, bearbeiten, reparieren oder auch fachgerecht zerlegen (z.B. die SL). Jedes Gebiet muss einzeln gekauft werden und kostet 2 AP.
man merkt, dass das Regelwerk von Ex-Gymnasiasten geschreiben wurde: Natürlich ist Handwerk nicht so viel wert wie Alchemie oder Germanistik/ Dummschwätzen (4/6)!

Fähigkeiten - Kampf

Weil Alchemie so arrogant war, hat Handwerk ihm eine reingehauen.

Pömpfen (1)
Der SC schlägt einer anderen Person (SL) mit einem stumpfen Gegenstand (Waffenknauf einer Polsterwaffe; bei mir ist da das Uhrwerk eines kaputten Weckers drin; etc. auf jeden Fall nichts wirklich hartes!!!) auf den Hinterkopf und sagt "Pömpfen" oder "Pömpf". Der Getroffene ist nun für 2-3 Minuten ohnmächtig.

Kampf mit Fernwaffen (2)
SC darf Fernwaffen, wie Bögen, Armbrüste oder Wurfwaffen, benutzen.
Schlage nie einen Revolver, der haut zurück!

Waffen zweihändig führen (4)
Der SC darf geeignete Waffen (z.B. Schweizermesser) zweihändig führen. Diese verursachen dan 2Punkte Schaden, anstatt nur einen. Dieser zusätzliche Schaden muss angesagt werden ("zwei" bei jedem Schlag -> Blöder Spieler), damit im Kampf niemand rätseln muss, ob er von einer Ein- oder Zweihandwaffe getroffen wurde.
Oo

Hohe Konstitution (6/+4)
Stufe 1: Der SC ist besonders abgehärtet (muss ausgespielt werden: Ein mal pro tag vor versammelter Mannschaft kalt duschen) und hat einen Lebenspunkt mehr (den er auch extra regenerieren muss).
Stufe 2+: Für jeweils 4 weitere AP erhält der SC einen weiteren Lebenspunkt dazu, bis zu einem maximum von 5 zusätzlichen Punkten. Auch dieser muss einzeln regeneriert werden.

Hach, wieder eine Seite rum. Leider nicht ganz so lächerlich wie die erste. So'n Pech.
Oh, und SL, sollte das einer von euch lesen (was ich nicht glaube): Fühlt euch nicht so auf'n Schlips getreten.
Hinweis für Allergiker: Kann Spuren von Ironie, Sarkasmus und Zynismus enthalten.

Mittwoch, 19. März 2008

Regelwerk-MSTing 1

Ich fahr auf LARP. Im April.
Ich bin überzeugte DKWDDK-Anhängerin.
Und ich musste erfahren, dass es auf besagter LARP ein punktebasiertes Regelwerk gibt.
Auf einer Anfänger-Con.
Damit die Anfänger auch auf'm Blatt Papier stehen haben, dass sie was können.
Guckt doch mal:

Abenteuerpunkte

Mal abgesehen davon, dass ein Anfänger per definitionem noch kein Abenteuer erlebt hat, heißt das Generierungspunkte. Oder Charakterpunkte. Oder - wenn man sich für ganz cool hält oder so nerdig ist, dass man ohne Anglizismen nicht mehr auskommt - Charpoints. Hört sich an wie was fürs Flugzeug.

Mit Abenteuerpunkten (AP) kauft ihr die weiter unten beschriebenen Fähigkeiten.
Viele Fähigkeiten haben mehrere Stufen...

Dummschwätzen 1 (6 AP)

..., was dadurch gekennzeichnet ist, dass die AP-Kosten durch / getrennt sind (Kosten Stufe 1/ Stufe 2/ etc.)

Ich halte Spieler (incl. mir) auch für blöd, aber nicht für so blöd.

Wenn ihr die Fähigkeit auf einer Höheren Stufe erwerbt, bring...

Der Verfasser ist (RL) überdurchscnittlich intelligent. Harhar, All your Rechtschreibprogramme are belong to me!!!!!
Oder eben Höhere Stufe (TM).

...sie euch entsprechend mehr Vorteile, wie eben angegeben ist.

Nein, ich schmeiß' meine Punkte einfach so zum Fenster raus.

Die Kosten betragen dabei nur den höchsten angegebenen Wert, also müsst ihr nicht erst die 1. Stufe kaufen bevor ihr die 2. erreichen könnt sondern zahlt für "1/2/4" z.B. nur 2 Punkte und nicht 3 ausgeben.
Achtet darauf, dass ihr euch keine unsinnigen Kombinationen erschaffst, denn die SL checken natürlich den Charakter vorher und achten ein wenig darauf, dass der Charakter stimmig und gut begründet ist.
Euer Charakter hat zu Spielbeginn 10 APs (Abenteuerpunkte)
Nein, wirklich?

All your Kommata und Logischer Satzbau are belong to me? Und der stimmige Charakter ist ein so alter LARP-Witz, der hat 'nen Bart bis nach Mittelerde.

Fähigkeiten - Allgemein

Alle gemein, genau.

Wohlhabend (2)
Der SC erhält zu Spielbeginn mehr Geld als ein normaler Charakter.

Erklärt sich das nicht eigentlich von selbst? (Siehe -> Blöder Spieler)

Adelig ($ äh, nein, 4)
Der SC erhält zu Spielbeginn mehr Geld als ein normaler Charakter. Hinzu kommen eventelle Vorteile die sich aus einer Situation ergeben, sowie dass der Name des SCs möglicherweise anderen Personen bekannt ist, was sowohl Vorteil , als auch Nachteil sein kann. Diese "Fähigkeit" muss in der Hintergrundgeschichte ausreichend begründet werden.

"Meine adeligen Eltern wurden von Orks/ Drow/ Vampieren [insert villain] getötet!".
Sollte vielleicht noch ein Verbot von DARA (Dämlicherweise Alleine Reisende Adelige) verhängt werden? Da tauchen dann wieder lauter feine Pinkel ohne Gefolge und Herold auf und wollen jeden mit ihrer Geschichte vollsülzen. Nä!

Wacher Geist (2)
Der SC bemerkt, wenn er unter einen Beherrschngszauber (aka. blödes punktebasiertes Regelwerk) fällt oder ähnlichen Beeinflussungen (der SL) ausgesetzt ist (was sonst meistens nicht der Fall ist!Wozudasausrufezeichen!). Er kann sich zwar nicht direkt zur Wehr setzen, allerdings hat er die Möglichkeit die Wirkung etwas hinaus zu zögern und aktiv Hilfe zu suchen. ...

Wie das, wenn er sich doch nicht zur Wehr setzen kann? Und sollte er nicht eher das Eintreten der Wirkung statt der Wirkung selbst hinauszögern?

... Gegen besonders starke Beeinflussung (den Wunsch, die SL zu schlagen) - diese müssen gesondert angesagt werden - hat er jedoch keine Chance.

Willensstark (4)
Der SC widersteht gewöhnlichen Beherrschungszaubern
(blödes punktebasiertes Regelwerk) und ähnlichen Beeinflussungen auch göttlicher Art, sofern sie nicht von der entsprechenden Gottheit selber kommen ("Nein, nein, ich will die verdammte Gabe/ Vision/ Segnung nicht haben! Du bist nur ein verdammter kleiner Erzengel, ich will denen Chef sprechen!!!!!"). Bei besonders staren Beeinflussungen (dem Wunsch, die SL zu schlagen), erleidet er eventuell nur schwächere Auswirkungen (Oh Gott! Ich erleide Auswirkungen! Sieht das eeeeklik aus!). Er muss seine Resistenz nicht ansagen, außer der "Angreifer" fragt danach.

Hey, durch das "muss nicht ansagen" geht der ganze Reiz verloren, den Nekromanten fett ins Gesicht zu grinsen und "Hähä, Resistehent!" zu rufen!

Magiegespür (3)
Stufe 1: Der SC spürt, wenn er sich auf ein bestimmtes Objekt, eine Person o.Ä. konzentriert, ob in demselben Magie wirkt, oder ob es sich um einen Magiewirker handelt. Geweihte Gegenstände oder Personen werden nicht erkannt.

Ich finde die Tatsache, dass es Magiegespür nur einstufig gibt, nicht so faszinierend, dass sie meinetwegen angekündigt werden müsste...

Kräuterkunde (2/4/6)
Stufe 1: Der SC erkennt einige verbreitete Kräuter und ihre Anwendung.
Beispiel: "Hey, das ist Hanf, das kann ich rauchen!"
Stufe 2: Der SC kennt auch weniger verbreitete Kräuter.
Aber nicht ihre Anwendung. Beispiel: "Hey, das ist Opium. Und jetzt?"
Stufe 3: Selbst seltene Kräuter sagen dem SC etwas, und er kennt die Fauna in- und auswendig.
Beispiel: "Ey, neulich, da hat so'n LSD-Pilz zu mir gesagt..." Fauna ist ein Schreibfehler, es soll Faune heißen.

Telepath (5)
Der SC konzentriert sich 10 Minuten lang und schreibt eine Nachricht auf einen Zettel (das dauert deshalb so lange, weil er sich zu viel mit Kräuterkunde 3 beschäftigt hat), die dann von einem SL dem Empfänger überbracht wird. Steht der Betreffende neben ihm , können sich die zwei direkt off-time unterhalten. Ist der Empfänger kein Telepath, so muss der SC ihn entweder sehr gut kennen (Freund), ihn direkt sehen können oder eine genaue Beschreibung der Person, sowie des Aufenthaltsortes haben.

Heybringeinbiermitheybringeinbiermitheybringeinbiermit.... Wo bleibt mein Bier?

Dies war lediglich die erste Seite des Regelwerks. Rest folgt.



Montag, 17. März 2008

Frauen im LARP I

Ich mache inzwischen seit, warte mal, vier Jahren offiziell LARP und dachte eine Zeit lang, dass Frauen in der Dömäne ein wenig benachteiligt würden.
Darauf sagte man mir ich sei kindisch, habe kein Selbstbewusstsein und könne vermutlich nix (und käme mir deshalb benachteiligt vor bzw. würde zu Recht benachteiligt).
Als Frau im LARP hat man verschiedene Rollen zur Auswahl.

Starke Frauen

Nummer 1: Die Amazone
Typ A: Die Männerhasserin
Macht auf Lesbe, hat einen Zweihänder (alternativ: Breitschwert und Schild), spielt bevorzugt Barbaren ohne jeglichen Kulturellen Hintergrund und behauptet generell, sich von Männern nichts sagen zu lassen.
Beispiel: Xena
Typ B: Der Survivor
Tut so, als sei sie vollkommen autark, kriecht aber bei jeder Gelegenheit ins Bett eines Mitspielers/ diverser SLs (alles schon erlebt) und läuft in aufreizender, total schwachsinniger Rüstung rum (auch bekannt als Ketten-BH mit Lendenschurz/ knallenger Lederhose). Wird von männlichen Mitspielern so behandelt, dass sie sich für gleichberechtigt hält.
Beispiel: Xenas Tussi (wie hieß die noch mal?), Keira Knightley in "Artus"

Nummer 2: Die Kriegerin (nicht: -> Verkleidet als Mann)
Gehört für gewöhnlich einem Söldnerhaufen/ Spießertrupp/ Sonstwas an. Glaubt sich, wie Nummer 1, gleichberechtigt, ist aber OT fast immer mit einem hochrangigen Gruppenmännchen zusammen. Kann auch als Halbelfe oder noch schlimmer, Halbelfenfeldscherin auftauchen. Ist auf Cons ziemlich vorlaut, redet OT nur mit ihrem Herrchen, pardon, Herzallerliebsten (-> ranghohes Männchen).
Beispiel: Kenn ich diverse persönlich. Hab ich auch mal gespielt, allerdings ohne -> ranghohes Männchen.

Nummer 3: Die Heilerin
Typ A: 08/15-Heilerin mit Leonardo Carbone-Kleidchen, Leuengold-Dolch und zwei Streifen Bettlaken zum Verbinden. Kann nix, weiß nix, hat einen weiten Ausschnitt. Keine Ahnung von der Materie, glaubt, dass das Lazarett ein ruhiger Arbeitsplatz ist.
Beispiel: Kleine Erstlarpies
Typ B: Trägt Hosen/ Nicht-Leonardo Carbone, hat mindestens einen Erste Hilfe-Kurs hinter sich, weiß, dass das Lazarett laut, stickig und verdreckt ist, hat knapp zwei Tonnen Verbandsmaterial, Tränke und Kunstblut dabei, kann mit Nadel und Faden umgehen. Schlägt auch mal einen Patienten nieder, wenn er stresst (nicht sonderlich gesund...). Männer sollten zwar nett zu ihnen sein, merken das aber oft zu spät.
Beispiel: Kenn ich, hab ich gespielt.

Montag, 3. März 2008

I've got the Blues...

...oder wie man das heute nennt.
Am Wochenende hatte ich das zweifelhafte, selbstbestimmte Vergnügen, mir eine einstündige Sendung auf einem angeblichen Musiksender anzusehen.
Allerdings haben die augenscheinlich mehr damit zu tun, junge, braungebrannte Menschen mit Profilneurose zu verkuppeln, als Musikvideos abzuspielen.
Bei der Sendung, die ich mir antat, ging es tatsächlich um Musik. Genauer gesagt durfte das geneigte Publikum die Reihenfolge von zehn Videos einer sog. Künstlerin (ugs. für Person mit -> außergewöhnlicher Kleidung und -> Begabung) voten (ugs. für auswählen). Zwischen den nicht komplett gezeigten Videos erzählte eine V-Jane (ugs. für weibliche Person, die a) so tut, als hätte sie Ahnung von Musik, ~Geschichte und b) Videos -> ansagt) völlig belangloses Zeug über die -> Künstlerin, wie z.B.
- "Eigentlich hatte se ja ihren ersten großen Hit schon vor ein paar Jahren, aber in Deutschland kannte se da noch keiner."
- "Die Frisur war total schwer nachzumachen!"
- "An meinem Outfit seht ihr vielleicht schon, um wen's heute geht, ich hab mal versucht, mich genau so lasziv auf das Sofa zu legen..."
Über die mehr als offensichtliche Magersucht der -> Künstlerin, ihren Drogenkonsum, ihre Begabung, keinen wirklich reinen Ton zu treffen und die Tatsache, das ihre Haare einem verlausten, angefaulten Wespennest glichen, fiel kein Wort.
Der Hammer allerdings war folgende Bemerkung:
"...weil ihr Musikstil, dieser Blues und Jazz ja was ganz neues war..."
Es haute mich aus den Socken.
Ganz im Ernst.
Wikipedia behauptet, dass sich Jazz um etwa 1900 herum und Blues gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte.
Mein Vater sagt das auch, und der ist Musiker.
Doch laut MTV (ja, ich habs gesagt. Ich weiß.) entstanden diese Musikrichtungen, die per definitionem Crossover-Richtungen darstellen, so um 2003 herum.
Hab ich was verpasst? War die Musik aus dem Radio und von Schallplatten nur Illusion? Hat Justin Timberlake endlich zugegeben, dass er Britneys verschollene Zwillingsschwester ist?
Ich bin mir nur nicht mehr ganz sicher, ob die Redensweise I've got the Blues inzwischen nicht einfach nur noch auf einen ziemlich miesen Musikgeschmack hinweist anstatt auf die gedrückte Stimmung des Sprechers.
R&B ist bekanntlicherweise - oder etwa nicht? - die Abkürzung für Rhythm and Blues. Der Rhythmus bezieht sich in den folgenden Fällen vermutlich auf den einschläfernden, nicht sonderlich innovativen Beat der Musik (wenn man das so nennen darf).
Aber Blues? Nein, die Sängerinnen hören sich lediglich so an, als würden sie permanent Taschentücher brauchen.
*heul*

"Blues/Jazz" singen momentan:
- Alicia Keys ("No one no one no owowowowooooon, blub")
- Oben Beschriebene alias Amy Winehouse ("Die wollten, dass ich in die Reha geh [wegen übermäßigen Drogenkosums], aber ich hab nein gesagt...")
- Leona Lewis (I keep, keep bleeding love, Keep bleeding Keep, keep bleeding love, You cut me open, Das muss doch WEH TUN!)
- und jede Menge anderer, total unnötiger -> Künstlerinnen, die aber im Moment in den Medien nicht allzu präsent sind.

In Fachkreisen wird gemunkelt, das diese Musik als romantisch, tiefgründig und anspruchsvoll klassifiziert werden soll.
Ich rate dringend davon ab.

Alles Hübschhässliche.

Dienstag, 26. Februar 2008

Abends, halb acht in Deutschland

Letzten Freitag fuhr ich mit dem Bus in die Stadt. Im Gegensatz zur normalen Jugend von heute verabscheue ich Clubs, Bars, Discos und andere Plätze, die zu voll und laut sind, um sich selbst denken zu hören.
Die Jugendlichen, die hinter mir saßen (manche von denen kannte ich noch aus dem Kindergarten) sahen das wohl nicht so.
Auszug aus ihrem viertelstündigen Dialog:

A: "Muss man was bezahlen, wenn man innen Bus kotzt?"
B: "Nö."
A: "Dann kammer das ja ma' machen." Pause.
"Dauert ja nicht mehr lang, höhö."

Die dabeihockenden Weibchen Marke Ich trag Chucks und Palituch und bin ja so anders, ausstaffiert mit kiloweise Kajal und Lidschatten, kicherten blöde, als Herr C sich einmischte:
"Ey, ich bin schon voll dicht."
"Höhö." (A)
"Ey ja, trink ma'! Wenn du nicht mindestens die halbe Flasche packst, biste 'ne Lusche. Mann, is' mir schlecht!"

Was sagt das aus?
Dass Mädchen, die katholische Nonnenschulen besuchen, sich von Jungs, die einen alkoholischen Schwanzvergleich einer anständigen Diskussion über die Ernteprobleme am Ende des 17. Jahrhunderts vorziehen, beeindrucken lassen?
Dass die Jugend von heute schon um halb acht sternhagelvoll ist?
Dass ich ein Spießer mit funktionierender Leber und ungeteerter Lunge bin?
OMFG!

Da fällt mir ein... ich muss irgendwann innerhalb der nächsten Wochen ein Referat halten.
Über Böll (geb. 1917, gest. 1985).
Dummerweise hab ich natürlich kein einziges Buch von dem Mistkerl im Haus.
Mein Vater auch nicht.
Shakespeare in dreifacher Ausfertigung (Gesamtausgabe, neu; Reclambücher, abgenutzt; Hardcover, sehr schön, sehr alt, nicht sehr wertvoll), alles, was man über kommunistisches Gedankengut wissen will (Mein Vater war ein Hippie. Er hat alles, was man von Marx und Engels überhaupt haben kann), Englische Kinderklassiker (Jeweils in deutscher und englischer Version), Deutsche Kinderklassiker, Pratchett (Gott, deutsch und englisch): Alles gerne und mehrfach aber
KEIN BÖLL!

Und deshalb muss ich jetzt in die Stadt und mir ein Machwerk dieses Autors zulegen.
Als hätte ich mit meinem Geld nichts besseres zu tun.



Montag, 25. Februar 2008

Mies Drauf

Heute bin ich dermaßen schlecht gelaunt, dass ich nicht mal mehr zynisch sein kann.
Wirklich!
Ich würde mich gerne lang und breit über die verdammte Ungerechtigkeit dieser unserer Welt auslassen, aber... nö.
Aber, um euch trotzdem was zum Fraße vorzuwerfen, hier ist der Beginn des heutigen Tages.
Aus meiner Sicht.

Es ist sieben Uhr an einem diesigen Montagmorgen irgendwo in FFM, und Fionn ist gerade aus dem Bett gefallen. Leider hängen sämtliche Kleidungsstücke, an denen weder Matsch noch Farbe oder die Speisekarte der letzten Woche klebt, auf dem Dachboden. Das bedeutet, dass Fionn sich den Schüssel nimmt und zur Wohnungstür rausgeht.
Und diese, ordentlich, wie sie sonst eigentlich nie ist, zumacht.
Und dann geht sie die Treppe rauf. Unterhält sich kurz mit der Nachbarin (die nicht eine Stunde später zur Arbeit darf) und bemerkt, als sie an der Speichertür ankommt, dass die Wohnungstür zu ist und das vermutlich auch bleiben wird.
Mist.
Als Fionn dann mit ein paar Stofffetzen die Treppe wieder runtergeschlurft ist, steht sie mit einem mindestens durchschnittlichen IQ (gemindert durch die Uhrzeit und einen leeren Magen) da und denkt nach.
Drückt auf den Klingelknopf.
Ding. Dong.

Naja, mein Vater machte dann im Schlafanzug (wenigstens trägt er inzwischen welche) die Tür auf und guckte mich an wie ein Auto wenn's donnert.
Fionn: "Ich war im Speicher und hab die Tür zugemacht und keinen Schlüssel dabei."
Vater: "Flasche."

Das war der Dialog, mit dem mein Tag offiziell angefangen hat, und er ging ganz ganz ähnlich weiter.

Hübschhässlichen Tag noch.

Donnerstag, 21. Februar 2008

Literaturunempfehlung

Heute kredenze ich der geneigten Leserschaft etwas ganz Besonderes:
Eine Fanfiction!
Aber natürlich nicht irgendeine, nein! Es ist das mit Abstand grausigste Verbrechen an der deutschen Sprache, dass ich jemals zu Gesicht bekommen habe.
Leider reagieren weder die Autorin dieses Machwerks noch die treuen Fans, die sie erstaunlicherweise hat, auf meine Kritiken...
Ich fühle mich sträflich vernachlässigt!

Deshalb kommt hier meine hochoffizielle Meinung zu Mina, die Vereinigung aller magischen Wesen oder der Beginn eines neuen Zeitalters.
Nun, tatsächlich vereinigt die Hauptperson, die nur rein zufällig den selben bescheuerten Namen trägt wie die Verbrecher..., pardon, Autorin, alle magischen Wesen in sich. Der unwillige, aber hochbelustigte Leser begegnet bedauerlicherweise nur einigen davon, nämlich:
- der Vampirin namens Elisabetha (megalange schwarze Haare, grünrote HÄ? Augen und "3 Paar rabenschwarze Flügel". Steinberg? Aua.)
- der Elfe Evita ("Don't cry for me, Argentinaaaaa!", rotblond, jadegrüne Augen)
- der Dämonin Luciana (lange, rote Loden, schwarze, rotgesprenkelte Augen und rote Flügel. Warum schleppen die alle Klaviere mit sich rum? Im Rücken? Und die gucken auch noch raus! Das muss doch weh tun!)
- der Todesfee Eileen ("Oh, come on Eileen...", "
schwarzlila Haare hatte und als sie die Augen öffnete sah ich in dunkellila fast schwarze Augen")
- dem Engel/ "Seraphin" (
Oliver James („O.J.“) Seraphin (* 2. August 1946) ist dominicanischer Geschäftsmann und Politiker. Er war von 1979 bis 1980 Premierminister. Wikipedia.de. Vermutlich meinte sie "Seraphim", war aber zu doof, nachzufragen, wie man das schreibt.), namentlich Heaven (Herr, schmeiß' Namensgenerator vom Himmel. Braunblond, goldene Augen)
- der Elbe (was der Unterschied zur Elbe ist, weiß ich nicht) Arven (langes braunes Haar und haselnussbraune Augen. "Schwaaarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun..." Ja ja.)
- und schließlich und endlich der Veela Aurelia ("
Ich spürte sie auf mich zu kommen, ihr silberblondes Haar weht um sie herum und ihre iceblauen Augen strahlten." ICEs sind rot-weiß, btw.)
Leider hat die Autorin die Begegnung mit Minas innerem Jabba the Hutt und Ork vergessen, das hätte ich zu gern gelesen.
Eigentlich muss ich die Geschichte gar nicht verreissen, die ist auch so lächerlich genug. Daher präsentiere ich stolz und begeistert darüber, wie jemand so einen Mist verzapfen kann,

DIE GESCHICHTE!


P.S.: Plot hat die Geschichte übrigens keinen.

Mittwoch, 20. Februar 2008

The Crucible - Ganz klasse.

Ja ja, die leidige Schullektüre. Zuerst lesen wir sie, dann schreiben wir eine Arbeit darüber und am Ende müssen wir uns auch noch den Film ansehen.
Das Lesen war ja noch anständig, ging schell und war, bis auf einige Diskussionen, schmerzlos. Das einzig Bejammernswerte, das mir hierzu einfiele, ist Folgendes:
Es geht um die Frage, warum sich Pastor Parris denn bitte schön so aufgeregt hat, als er seine Tochter und seine Nichte beim Nackttanzen im Wald erwischte.
Drei Antworten in chronologisch korrekter Reihenfolge:
Schüler 1 (zu): "Ja Mann, der is' halt Pfarrer und darf doch deshalb nich' und so und vielleicht war das ja so seine unterdrückte Sexualität und so...." (Grinst dämlich)
Fionn: "Bezweifle ich stark. Das Stück spielt im siebzehnten Jahrhundert in Amerika. Jeder, der sich mit der epochalen Geschichte dieser Zeit auch nur ein bisschen auskennt, weiß, dass die damaligen weißen Einwohner Amerikas zum Großteil Protestanten waren, die von Maria der Katholischen aus Großbritannien vertrieben worden waren. Außerdem hat Parris eine Tochter, die in ihrer Trance unaufhörlich von ihrer Mutter schwafelt, ergo muss er mal verheiratet gewesen sein (als Witwer noch mal studieren war damals nich').
Ich glaube, der ist einfach nur prüde und verklemmt, er ist schließlich Puritaner."
Ja, ich hör mich im Unterricht tatsächlich so an.
Schülerin 2: "Ja weil der ist doch katholisch, und da darf der doch überhaupt keine Frau..."
Fionn: "Sag mal, wie blöd bist du eigentlich?" (Das war gemein. Aber manchmal glaube ich, die Welt ist das auch, und was die darf, darf ich schon lange.)

...

Ganz recht.
Die Arbeit war soweit auch in Ordnung. 98 von, ich glaube 100 erreichbaren Punkten, macht eine glatte Eins (muhar. Trotzdem habe ich nur eine Drei im Zeugnis, was nicht zuletzt auch an meinen häufigen Mittwochs-Fehlzeiten liegen könnte... Oder an der vergeigten Grammatikarbeit.)
Auszug:
Frage: 5. Lässt sich die in Hexenjagd dargestellte Thematik auf die heutige Zeit, auf unser gesellschaftliches Umfeld beziehen? Begründen Sie Ihre Einschätzung ausführlich.
Die Thematik der "Hexenjagd" lässt sich durchaus in unsere Zeit und Gesellschaft übertragen. Bringt erst jemand den Stein ins Rollen, entwickelt er sich schnell zur Lawine.
Das beste Beispiel ist die Panikmache durch die Medien, die, durch eine einzelne Zeugenaussage beeinflusst, eine wahre Hetzjagd veranstalten können (Beispiel: Der Kinderschänder-Prozess um Michael Jackson).
Unsere Gesellschaft ist durch die Deindividualisierung durch den Popularitätswahn abgestumpft genug, beinahe jeden, entschuldigen sie meine Ausdrucksweise, Mist zu glauben, der ihr zum Fraß vorgeworfen wird, erst recht, wenn sie sich blindlinks an einen charismatischen Anführer hängt.
Menschen sind Herdentiere, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Sie wollen zu einem Glauben verführt werden (nicht nur religiös gesehen), wollen blind folgen und haben den bedauerlichen Hang, allen Anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Ja, die "Hexenjagd" würde auch heute noch funktionieren.

So weit, so gut. Der Hammer war nur, dass, als ich mich heute arglos auf die erste Deutschstunde seit über einem Monat freute (Weinachtsferien, Krankheit und Praktikum), wir in einen Medienraum gelotst wurden, und unsere Lehrerin verkündete:
"Wir schau'n uns heute den Film zur Hexenjagd von Arthur Miller an."
Nun, aus der letzten Reihe kam sofort ein abfälliger Kommentar (von mir).
"Ich mag aber keine Literaturverfilmungen."
"Och", meinte da die Lehrerin, "Die ist nicht so schlimm, die ist ganz schnulzig."
"Eben drum.", brummte Fionn.

Die Kurzzusammenfassung für all jene welche, die die Handlung noch nicht kennen:
Salem, Ende des 17. Jahrhunderts. Ein paar pubertierende Mägdelein aus der Puritanersiedlung bekommen von Mommy und Daddy keine Reizwäsche und müssen deshalb nackt im Wald rumhopsen, immer in der Hoffnung, die Objekte ihrer Begierden könnten sie bei ihrem "Liebeszauber" rein zufällig entdecken und in heißer Leidenschaft entbrennen.
Dummerweise streift aber nicht ein Trupp gutaussehender Holzfäller/Feuerwehrmänner/Bauernburschen durch den Wald, sondern der erzkonservative, aber luxusverliebte Pastor Parris, und bei ihm entbrennt auch nicht Lendenfeuer, sondern eine Stinkwut, als er seine einzige Tochter und seine Nichte Abigail, die sich grade mit Hühnerblut besudelt hat, ums Feuer tanzen sieht wie die Ku-Klux-Schlümpfe.
Parris' Tochter kriegt eine schreckbedingte Paralyse und Krampfstarre, die auch auf eine Mutterkornvergiftung zurückzuführen sein dürfte, und daraufhin kommt natürlich jeder sofort drauf:
Das kann ja nur Hexerei gewesen sein!
Als erstes wird natürlich die schwarze Sklavin beschuldigt, auf dreifachen schriftlichen Antrag des Teufels die Teenies behext zu haben, was sie auch zugibt. Da sieht man mal wieder, dass unzureichende Sprachkenntnisse von angeklagten Zuwanderern (wenn auch unfreiwilligen) auch schon vor knapp 300 Jahren schamlos ausgenutzt wurden.
Erstaunlicherweise behauptet sie zwar, ihre Seele dem Wasweißichwievielgehörnten in einem Buch mit ihrem eigenen Blut bla bla überschieben zu haben ("Für ein Entgeld"), sagt aber dann doch, dass ihre Seele Gott alleine gehöre.
Was stimmt hier nicht?
Es geht weiter. Im Laufe des Films erfährt der geneigte Zuschauer, dass Abigail, die augenscheinlich eine gewisse Reputation als Dorfmatratze mit sich herumträgt (nicht ganz unfreiwillig, wie mir scheint), eine kleine Affäre mit John Proctor, einem verheirateten, superaufgeklärten, megacoolen Bauern hatte. Ich zitiere frei aus dem Film:
"Sag nicht, wir hätten uns nicht berührt, John Proctor! Du hast geschwitzt wie ein Hengst [...]"
Die Frage ist nur: Wollten wir das wirklich wissen?
Und lassen sich so nicht auch die hexereibedingten Erscheinungen erklären?
"Ich wachte auf und stand nackt in meinem Fensterrahmen!"
Warum wohl?
"John, jeden Abend erwarte ich dich voller Sehn..."
...würg.
Tja, anschließend klagt Abigail Proctors Frau der Hexerei und dem versuchen Mord an ihr an und findet das auch noch lustig, weil sie doch jetzt ganz in Weiß und sooo unschuldig John heiraten kann.
Weiter sind wir nicht gekommen, aber die Folter findet nächsten Mittwoch ihre Fortsetztung.
A jolly farewell for now.

Dienstag, 19. Februar 2008

Die Individualistenuniform


Wichtigster Bestandteil der zeitgemäßen Idividualistenuniform ist das Schuhwerk. Hier gibt es im Moment folgende Optionen:

- Chucks (All-Star-Pantoletten, die in Entwicklungsländern von unterbezahlten kleinen Kindern unter Einwirkung giftiger Dämpfe hergestellt und hier für Schweinegeld verscherbelt werden)
- Vans (Zur Herstellungsmethode siehe Chucks)
-Ballerinas (Die unsäglichen Dinger, die man in der Grndschule zum Sport tragen musste, mit denen ein normaler Mensch nicht laufen kann und aus denen man sowieso nach drei Metern rausrutscht)

Dieses Schuhwerk ist

- sauteuer
- nicht grade haltbar
- meistens ziemlich langweilig
und
- nicht recyclebar

Bleiben wir bei den Accessoires. Taschen sind in dieser Saison groß, unhandlich und haben wenig Stauraum. Dieses Prinzip lässt sich auch auf die Traumautos unserer Individualisten anwenden. Dazu passen fette Armreifen aus Billigmetall ohne Allergikerwarnung und wenig Intellekt.
Man trägt wieder Lila, die Farbe der unbefriedigten Frauen (Nichts gegen Lila an sich. Ich mag die Farbe, aber nicht in der aktuellen H&M-Version), und zwar am liebsten in Leder oder Polyester und in allen Nuancen, ganz egal, ob die sich nun beissen wie Kampfhunde oder nicht.
Ich weiß nicht, was aus dem guten alten Lippenstift geworden ist ("Geben Sie mir einen Lippenstift! Ganz egal welchen, Hauptsache ROT!"), aber Lipgloss trieft von allen Kauleisten, und auch der Lidschatten blüht wie auf dem russischen Straßenstrich (excuse my french).

Kleidungstechnisch sind Röhrenjeans und Nierenleiden ein Muss, man magert schon jetzt ab, um den nächsten Winter nicht zu überstehen (wenn man diesen unglücklicherweise überlebt hat, weil man sich eine Du darfst!-Salamischeibe zu viel gegönnt hat). Dazu passen total taffe Lederjäckchen, die so wahnsinnig verwegen aussehen, dass jeder Blackmetaller grün vor Neid wird und überlange Schläuchein grau, silber und hellschwarz, die man fälschlicherweise als T-Shirts bezeichnet.

Wichtig für den Look: Verbrannte Haut.

Fazit: Wer dieses Frühjahr aussieht wie eine Hausbrandleiche im schwarzen Müllsack, ergänzt mit Edelplastik in müllbeutelblau in Größe Wurstpelle XXS am Bein und peinlichen Sklavenarbeitstretern, dem winkt vielleicht eine Chance als Germany's Next Deppmodel.

Schöne Grüße an die Großeltern.

Montag, 18. Februar 2008

Kein Ende der Klonkriege in Sicht

"Ich kenn da ein Mädchen aus meiner Klasse, und die hat ihren eigenen Klon, der keinen eigenen Willen hat!"
"Sind doch Vollpfosten."
"Und die Vera-Marie hat Klamotten von H&M, mit denen sie aussieht wie alle anderen!"
"Auch Vollpfosten."
"Fionn, wenn ich groß bin, will ich auch mal Vollpfosten werden!"

So oder so ähnlich könnte sich ein Gespräch zwischen meiner (fiktiven) kleinen Schwester und mir abspielen. Die Beispiele entstammen meinem eigenen Umfeld, einer Kunstschule in Frankfurt AM, und erbringen wieder mal den Beweis, dass Individualisten so gar nicht mehr das sind, was sie mal waren.
Nehmen wir als Positivbeispiel zuerst die 68er: Die revolutionierten damals mit abgetragenen Klamotten und langen Haaren gegen eine Wohlstandsgesellschaft, die heute (wie in dem oben zitierten Bauspar-Werbespot) wieder propagiert wird. Sie lebten von biodynamischem Grünfutter und bauten ihre Häuser von Grund auf selbst - nix Bausparen -, zogen ihre Kinder ohne staatliches Schulsystem auf und fanden ihr Seelenheil auch außerhalb des schnöden Mammon.
Bevor die Drogen kamen, versteht sich.
Diese Bewegung zog sich bis in die frühen 90er-Jahre hin, selbst ich bin noch mit gewissen Anklängen auf verweiblichte Natur, Grünkernbratlinge und Birkenstocklatschen groß geworden.
Es hat mir nicht geschadet.
Ganz anders heute. Heute kann man Individualismus in verschiedene Gruppen aufteilen.

1. Die Wochenend-Individualisten
Nennen sich auch Raver, Manager oder erfolgreich. Diese Spezies macht Yoga, schickt ihre Kinder auf Eliteschulen und zu Supernannis, die dank "alternativer, freiheitlicher Erziehung" mit den Blagen kaum fertig werden und feiert in Edelkneipen, die noch einen (sauteuer erkauften) Touch vom "Pub nebenan" haben müssen und in denen man sich wieder fühlt wie in der von Papi finanzierten Studienzeit. Die sind eigentlich halb so wild

2. Die Hau-Ruck-Fraktion
Da müssen es schon Dreadlocks, kiloweise Blech in der Visage oder zumindest knallbunte Haare und eine Null-Bock-Attitüde sein. Der Lebensraum dieser Art erstreckt sich auf die Flächen vor Einkaufszentren, Kunstschulen, staatliche oder private Gymnasien, Jungpolitiker-Debatten und Demos, bei denen man nicht mal weiß, wogegen oder wofür sie eigentlich sind. Meist finanziert von Mami und Papi entwickeln sie sich nicht selten zu Typus 1, wenn sie erst mal den sicherheitsnadelgespickten Palituchwindeln entwachsen sind und gelernt haben, wozu Shampoo und Haarbürste im Bad vor sich hin stauben. Diese Menschen rennen oft überall hin, wo Folk drauf steht, auch wenn gar kein Folk drin ist. Aber hierzu ein anderes Mal mehr.

3. Die Schlimmste Sorte
Das sind die kleinen, auf naiv machenden Tussis, die bei Hager & Mager einkaufen, nie über Kleidergröße 36 rauskommen und glauben, dass sie mit viel Mascara in der Schule mehr erreichen als mit einem IQ, der über dem eines Toastbrotes liegt ("Meine Arme sind so kurz! ...Herr XY, können Sie mir ma' helfen?" Und das mit einem Ausschnitt bis zum Bauchnabel).
Auch neigen sie dazu, sich so lange in eine Backröhre alias Sonnenbank zu legen, bis sie ehr einer Karotte als einem menschlichen Wesen gleichen: gefurcht, mit überstraffer Haut und orange.
Dazu passend gibts den Stufenschnitt, der alle acht Tage nachgeschnitten werden muss, nicht zu vergessen die Strähnchen (wahlweise in strohdumm oder beachburned), die Maniküre und der/ die/ das neuste Lippgloss, das in der Zusammensetzung etwa dem nach dem Einkaufsexzess eingenommenen Frischfutter bei McDoof gleicht.
Diese Spezies existiert auch in der männlichen Form, wird aber weit seltener als solche erkannt. Merkmale sind exzessiver Handygebrauch (das neuste Aufklappmodell), unpraktische Taschen (die Handtasche für den Mann ist im Kommen), stone-washed Jeans und ein arroganter Gesichtsausduck, bei dem ein drübertätowiertes Metrosexuell, alternativ auch Bambi wirklich keinen Schaden mehr anrichten kann.
Kritik in jeglicherForm kennen diese Leute nicht. Alles, was im Trend liegt, ist toll, Mitläufer, und stolz drauf! Egal ob Fluch der Karibik, Herr der Ringe, Röhrenjeans oder inflationärer Lila-Gebrauch, auf Gesundheitsschädlichkeit, historical correctness oder Stil wird nicht geachtet.
Auch die Individualistenuniform entspringt dieser Bevölkerungsgruppe, die sich für unwahrscheinlich orginell hält.

Der Beitrag zur Individualistenuniform folgt im Laufe der Woche.
Dies ist eine Kritik-Reihe.
Für Genauigkeit der Angaben besteht keinerlei Gewähr, allerdings bestätige ich, dass meine Recherchen besser sind als die von Galileo Mystery.
Einen schönen Abend noch.

So.
Wieder ein Punkt auf meiner Liste erledigt:
- Meine missmutige Weltanschauung öffentlich kundtun

Jawoll!
Denn Ich meckere gern. Über alles. Vornehmlich über Filme, die Medien, Musik, Mode, die Jugend von heute, und das bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter.
Nein. Das war jetzt ein bisschen brutal ausgedrückt.
Ich kritisiere.
Fast alles.

Falls jemand Vorschläge hat, möger er sie mir antragen.