Donnerstag, 28. Mai 2009

Bis(s) zum Anfang und nicht viel weiter...

Jawohl, ich tu' es mir an. Ich lese - dramatischer Trommelwirbel - Twilight.
Und damit der Welt auch nicht meine Meinung entgeht, quäle ich mich vor dem Computer durch dieses Machwerk, um jeden noch so blöden Kommentar hier posten zu können.

Ich wollte dafür nun wirklich keinen Twitter-Account aufmachen...

Alleine schon der Prolog. Gute Frau, das ist ein Prolog, ja, ich habe Recht und Sie haben UNRECHT. In einem Vorwort stehen nicht die selbstmitleidgeschwängerten Ich-Bin-So-Eine-Arme-Sau-Und-Werde -Gleich-Draufgehen-Gedanken der Protagonistin, sondern eher eine Abhandlung über die Kurstadt Bath im England des frühen 19. Jahrhunderts inklusive einer Erklärung, welche Wörter damals noch... ach, vergessen Sie's.

Inzwischen bin ich bei der ersten richtigen Seite angelangt... Was hat eine Bluse mit weißer Lochspitze mit einer Abschiedsgeste zu tun? Und warum bitte, wenn weder ihre Mutter noch sie das wollen, zieht das blöde Gör an einen Ort, den sie unglaublich doof findet? Aus Selbstaufopferung? Für mich klingt das reichlich nach einer billigen Ausrede, um sich mies fühlen zu dürfen...

Die Stadt heißt Gabeln. Muss ich noch irgendwas dazu sagen?

Wer ständig betont, dass er zu wenige Klamotten hat (Taschenbuchausgabe desVerlags mit dem C, S. 10 f., 13, erstmal.), hat's nötig. Das sah übrigens im Film (jaaah, den hab ich mir angetan!) ganz anders aus...

Was ist bitte an den Erinnerungen ans Angeln mit Native Americans so schmerzhaft? Hat das Mädel einen Haken durch die Unterlippe gekriegt? Na, dann spart sie sich wenigstens das Geld für den Piercer, wenn sie endlich kapiert, dass sie ein kleiner Emo ist.
Warum in der ersten Person, fliegendes Spaghettimonster, warum?
Und, mein liebes Kind, es gibt mehr Leute als dich armes Ich, die sich ein Bad mit ihrem Vater teilen! Ich kann dich jetzt schon nicht leiden, das ist eine echte Rekordleistung.
Jammerlappen.

Sie hebt sich das Heulen auf. Soll sie mir jetzt Leid tun? Soll ich sie für ihr heroisches Märtyrertum bewundern? Nö, eher nicht.

Die Selbstbeschreibung. Jetzt wird's lustig.
Sie ist also eine Außenseiterin, ja? Ein Freak. Wenn ich das schon lese, wird mir schlecht. Hey, ich will was besonderes sein, aber es soll ja nicht so aussehen, als wäre ich toll (das soll nämlich erst später rauskommen), also bezeichne ich mich erstmal selbst als Freak.
Macht's Spaß?
Ja, aber nur der Kommentare wegen.
Elfenbeinfarbene Haut? Hör' mal, ich bin ja schon blass. Aber von Elfenbein würde ich bei meiner Haut nie reden. Blass, ungesund, wasserleichenfarben, hellhäutig... es gibt dafür so hübsche Wörter, aber du benutzt natürlich das zweitschlimmste, das es dafür gibt (aber du bist ja auch was Besonderes).
Das schlimmste Wort für helle Haut ist übrigens "Marmor". Marmor ist nämlich heutzutage so gar nicht mehr weiß, der wurde schon vor ziemlich langer Zeit komplett abgebaut und aus dem Sortiment genommen. Bedankt euch bei Klassik und Renaissance, Pseudo-Schriftsteller, dafür, dass eure Rechnung nicht aufgeht. Der mit Abstand weißeste Marmor, den es gab, war parisischer - der kommt nicht aus Paris, sondern von der Insel Paros - und wurde gerne für Sargophage verwendet. Heute findet man annähernd reinen (aber immer noch ziemlich geäderten Marmor) auch in Carrara in der Toskana (der Name ist keltisch und bedeutet schlicht
Steinbruch). Der Marmorton, der am ehesten an die menschliche Haut heranreicht, ist der von portugiesischem, der ist dunkelrindersteakrosa bis hellparmesangelb. Wenn man da den richtigen erwischt...

Aber ich bin vom eigentlichen Thema abgekommen (aber immerhin haben Sie was dazugelernt, nicht wahr?). Entschuldigen Sie bitte.

Aha, schlank ist sie also auch noch. Nicht dünn, nicht dürr, nicht mager, nicht schlaksig, nein, schlank. Aber eine Bewegungsidiotin. Alles klar. Ich frage mich langsam, ob das nicht eine Wunschprojektion der Autorin sein soll... Blöde Frage.
Inzwischen lässt sie sich wieder über die Haut des schönen Schwans (der Name ist doch peinlich, oder?) aus. Fast durchsichtig. Dann wär' sie aber mit Marmor doch besser beraten gewesen. Elfenbein ist nämlich nicht durchsichtig. Nur mal so am Rande. An Akne leidet sie auch nicht. Tragisch.

Wieder das Ich-Bin-Ein-Außenseiter-Lamento. Wenn ihre Mutter so durchgeknallt ist, wie sie behauptet, warum ist sie dann so 'ne Langweilerin, die sich aufgrund mangelnder sozialer Kompetenzen für eine Außenseiterin (am besten noch für 'ne Rebellin) hält?

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur verheulte, verwöhnte, labberige Protagonistinnen. Das labberig kommt daher, dass sie etwa die Tiefe eines 80g-Kopierpapierblattes haben und im Regen stehen. Hat Ihnen das niemand gesagt, Mrs. Meyer?

Sie hat Brontë und Shakespeare gelesen? Ich wette, sie hat weder den emanzipatorischen Hintergedanken von Jane Austen gesehen, noch bei Viel Lärmen um Nichts gelacht. Viel offensichtlicher als das ist allerdings, dass die Autorin bestimmt noch nie was Komplizierteres als Fünf Freunde in der Hand hatte...

"Meine Mutter ist zur Hälfte Albino." ist auch nicht lustig. Da kannst du nicht erwarten, dass die Leute lachen!

Oh, SHOWTIME! Auftritt der anämisch glitzernden Vampircoolness in Person:
Mister. Edward. Cullen.

Gut, seine Geschwister kommen zuerst.
Was haben die in Amerika für eine Vorstellung von klassischen Schönheiten? Da muss ich mal meine Verwandschaft da fragen, aber was will man von so einer jungen Nation schon erwarten? Männer stehen auf 90-60-90, wenn sie in der Pubertät sind und interessieren sich später vielleicht für Rubensweiber.
Amerika ist ungefäh 14.

Nochmal: Der Albinowitz ist nicht lustig.
Den Kommentar über "Außenseiternamen" überles' ich einfach mal.

Ich hab noch nicht mal ein Kapitel durch. Das ist ja grauenhaft!
Und ja, ich werde das komplette Buch kommentieren.
Und nein, ich hab nichts Besseres zu tun.

Sorry, Leute.
Aber keine Panik, für heute hab' ich genug.