Letzten Freitag fuhr ich mit dem Bus in die Stadt. Im Gegensatz zur normalen Jugend von heute verabscheue ich Clubs, Bars, Discos und andere Plätze, die zu voll und laut sind, um sich selbst denken zu hören.
Die Jugendlichen, die hinter mir saßen (manche von denen kannte ich noch aus dem Kindergarten) sahen das wohl nicht so.
Auszug aus ihrem viertelstündigen Dialog:
A: "Muss man was bezahlen, wenn man innen Bus kotzt?"
B: "Nö."
A: "Dann kammer das ja ma' machen." Pause.
"Dauert ja nicht mehr lang, höhö."
Die dabeihockenden Weibchen Marke Ich trag Chucks und Palituch und bin ja so anders, ausstaffiert mit kiloweise Kajal und Lidschatten, kicherten blöde, als Herr C sich einmischte:
"Ey, ich bin schon voll dicht."
"Höhö." (A)
"Ey ja, trink ma'! Wenn du nicht mindestens die halbe Flasche packst, biste 'ne Lusche. Mann, is' mir schlecht!"
Was sagt das aus?
Dass Mädchen, die katholische Nonnenschulen besuchen, sich von Jungs, die einen alkoholischen Schwanzvergleich einer anständigen Diskussion über die Ernteprobleme am Ende des 17. Jahrhunderts vorziehen, beeindrucken lassen?
Dass die Jugend von heute schon um halb acht sternhagelvoll ist?
Dass ich ein Spießer mit funktionierender Leber und ungeteerter Lunge bin?
OMFG!
Da fällt mir ein... ich muss irgendwann innerhalb der nächsten Wochen ein Referat halten.
Über Böll (geb. 1917, gest. 1985).
Dummerweise hab ich natürlich kein einziges Buch von dem Mistkerl im Haus.
Mein Vater auch nicht.
Shakespeare in dreifacher Ausfertigung (Gesamtausgabe, neu; Reclambücher, abgenutzt; Hardcover, sehr schön, sehr alt, nicht sehr wertvoll), alles, was man über kommunistisches Gedankengut wissen will (Mein Vater war ein Hippie. Er hat alles, was man von Marx und Engels überhaupt haben kann), Englische Kinderklassiker (Jeweils in deutscher und englischer Version), Deutsche Kinderklassiker, Pratchett (Gott, deutsch und englisch): Alles gerne und mehrfach aber
KEIN BÖLL!
Und deshalb muss ich jetzt in die Stadt und mir ein Machwerk dieses Autors zulegen.
Als hätte ich mit meinem Geld nichts besseres zu tun.
Dienstag, 26. Februar 2008
Montag, 25. Februar 2008
Mies Drauf
Heute bin ich dermaßen schlecht gelaunt, dass ich nicht mal mehr zynisch sein kann.
Wirklich!
Ich würde mich gerne lang und breit über die verdammte Ungerechtigkeit dieser unserer Welt auslassen, aber... nö.
Aber, um euch trotzdem was zum Fraße vorzuwerfen, hier ist der Beginn des heutigen Tages.
Aus meiner Sicht.
Es ist sieben Uhr an einem diesigen Montagmorgen irgendwo in FFM, und Fionn ist gerade aus dem Bett gefallen. Leider hängen sämtliche Kleidungsstücke, an denen weder Matsch noch Farbe oder die Speisekarte der letzten Woche klebt, auf dem Dachboden. Das bedeutet, dass Fionn sich den Schüssel nimmt und zur Wohnungstür rausgeht.
Und diese, ordentlich, wie sie sonst eigentlich nie ist, zumacht.
Und dann geht sie die Treppe rauf. Unterhält sich kurz mit der Nachbarin (die nicht eine Stunde später zur Arbeit darf) und bemerkt, als sie an der Speichertür ankommt, dass die Wohnungstür zu ist und das vermutlich auch bleiben wird.
Mist.
Als Fionn dann mit ein paar Stofffetzen die Treppe wieder runtergeschlurft ist, steht sie mit einem mindestens durchschnittlichen IQ (gemindert durch die Uhrzeit und einen leeren Magen) da und denkt nach.
Drückt auf den Klingelknopf.
Ding. Dong.
Naja, mein Vater machte dann im Schlafanzug (wenigstens trägt er inzwischen welche) die Tür auf und guckte mich an wie ein Auto wenn's donnert.
Fionn: "Ich war im Speicher und hab die Tür zugemacht und keinen Schlüssel dabei."
Vater: "Flasche."
Das war der Dialog, mit dem mein Tag offiziell angefangen hat, und er ging ganz ganz ähnlich weiter.
Hübschhässlichen Tag noch.
Wirklich!
Ich würde mich gerne lang und breit über die verdammte Ungerechtigkeit dieser unserer Welt auslassen, aber... nö.
Aber, um euch trotzdem was zum Fraße vorzuwerfen, hier ist der Beginn des heutigen Tages.
Aus meiner Sicht.
Es ist sieben Uhr an einem diesigen Montagmorgen irgendwo in FFM, und Fionn ist gerade aus dem Bett gefallen. Leider hängen sämtliche Kleidungsstücke, an denen weder Matsch noch Farbe oder die Speisekarte der letzten Woche klebt, auf dem Dachboden. Das bedeutet, dass Fionn sich den Schüssel nimmt und zur Wohnungstür rausgeht.
Und diese, ordentlich, wie sie sonst eigentlich nie ist, zumacht.
Und dann geht sie die Treppe rauf. Unterhält sich kurz mit der Nachbarin (die nicht eine Stunde später zur Arbeit darf) und bemerkt, als sie an der Speichertür ankommt, dass die Wohnungstür zu ist und das vermutlich auch bleiben wird.
Mist.
Als Fionn dann mit ein paar Stofffetzen die Treppe wieder runtergeschlurft ist, steht sie mit einem mindestens durchschnittlichen IQ (gemindert durch die Uhrzeit und einen leeren Magen) da und denkt nach.
Drückt auf den Klingelknopf.
Ding. Dong.
Naja, mein Vater machte dann im Schlafanzug (wenigstens trägt er inzwischen welche) die Tür auf und guckte mich an wie ein Auto wenn's donnert.
Fionn: "Ich war im Speicher und hab die Tür zugemacht und keinen Schlüssel dabei."
Vater: "Flasche."
Das war der Dialog, mit dem mein Tag offiziell angefangen hat, und er ging ganz ganz ähnlich weiter.
Hübschhässlichen Tag noch.
Donnerstag, 21. Februar 2008
Literaturunempfehlung
Heute kredenze ich der geneigten Leserschaft etwas ganz Besonderes:
Eine Fanfiction!
Aber natürlich nicht irgendeine, nein! Es ist das mit Abstand grausigste Verbrechen an der deutschen Sprache, dass ich jemals zu Gesicht bekommen habe.
Leider reagieren weder die Autorin dieses Machwerks noch die treuen Fans, die sie erstaunlicherweise hat, auf meine Kritiken...
Ich fühle mich sträflich vernachlässigt!
Deshalb kommt hier meine hochoffizielle Meinung zu Mina, die Vereinigung aller magischen Wesen oder der Beginn eines neuen Zeitalters.
Nun, tatsächlich vereinigt die Hauptperson, die nur rein zufällig den selben bescheuerten Namen trägt wie die Verbrecher..., pardon, Autorin, alle magischen Wesen in sich. Der unwillige, aber hochbelustigte Leser begegnet bedauerlicherweise nur einigen davon, nämlich:
- der Vampirin namens Elisabetha (megalange schwarze Haare, grünrote HÄ? Augen und "3 Paar rabenschwarze Flügel". Steinberg? Aua.)
- der Elfe Evita ("Don't cry for me, Argentinaaaaa!", rotblond, jadegrüne Augen)
- der Dämonin Luciana (lange, rote Loden, schwarze, rotgesprenkelte Augen und rote Flügel. Warum schleppen die alle Klaviere mit sich rum? Im Rücken? Und die gucken auch noch raus! Das muss doch weh tun!)
- der Todesfee Eileen ("Oh, come on Eileen...", "schwarzlila Haare hatte und als sie die Augen öffnete sah ich in dunkellila fast schwarze Augen")
- dem Engel/ "Seraphin" (Oliver James („O.J.“) Seraphin (* 2. August 1946) ist dominicanischer Geschäftsmann und Politiker. Er war von 1979 bis 1980 Premierminister. Wikipedia.de. Vermutlich meinte sie "Seraphim", war aber zu doof, nachzufragen, wie man das schreibt.), namentlich Heaven (Herr, schmeiß' Namensgenerator vom Himmel. Braunblond, goldene Augen)
- der Elbe (was der Unterschied zur Elbe ist, weiß ich nicht) Arven (langes braunes Haar und haselnussbraune Augen. "Schwaaarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun..." Ja ja.)
- und schließlich und endlich der Veela Aurelia ("Ich spürte sie auf mich zu kommen, ihr silberblondes Haar weht um sie herum und ihre iceblauen Augen strahlten." ICEs sind rot-weiß, btw.)
Leider hat die Autorin die Begegnung mit Minas innerem Jabba the Hutt und Ork vergessen, das hätte ich zu gern gelesen.
Eigentlich muss ich die Geschichte gar nicht verreissen, die ist auch so lächerlich genug. Daher präsentiere ich stolz und begeistert darüber, wie jemand so einen Mist verzapfen kann,
DIE GESCHICHTE!
P.S.: Plot hat die Geschichte übrigens keinen.
Eine Fanfiction!
Aber natürlich nicht irgendeine, nein! Es ist das mit Abstand grausigste Verbrechen an der deutschen Sprache, dass ich jemals zu Gesicht bekommen habe.
Leider reagieren weder die Autorin dieses Machwerks noch die treuen Fans, die sie erstaunlicherweise hat, auf meine Kritiken...
Ich fühle mich sträflich vernachlässigt!
Deshalb kommt hier meine hochoffizielle Meinung zu Mina, die Vereinigung aller magischen Wesen oder der Beginn eines neuen Zeitalters.
Nun, tatsächlich vereinigt die Hauptperson, die nur rein zufällig den selben bescheuerten Namen trägt wie die Verbrecher..., pardon, Autorin, alle magischen Wesen in sich. Der unwillige, aber hochbelustigte Leser begegnet bedauerlicherweise nur einigen davon, nämlich:
- der Vampirin namens Elisabetha (megalange schwarze Haare, grünrote HÄ? Augen und "3 Paar rabenschwarze Flügel". Steinberg? Aua.)
- der Elfe Evita ("Don't cry for me, Argentinaaaaa!", rotblond, jadegrüne Augen)
- der Dämonin Luciana (lange, rote Loden, schwarze, rotgesprenkelte Augen und rote Flügel. Warum schleppen die alle Klaviere mit sich rum? Im Rücken? Und die gucken auch noch raus! Das muss doch weh tun!)
- der Todesfee Eileen ("Oh, come on Eileen...", "schwarzlila Haare hatte und als sie die Augen öffnete sah ich in dunkellila fast schwarze Augen")
- dem Engel/ "Seraphin" (Oliver James („O.J.“) Seraphin (* 2. August 1946) ist dominicanischer Geschäftsmann und Politiker. Er war von 1979 bis 1980 Premierminister. Wikipedia.de. Vermutlich meinte sie "Seraphim", war aber zu doof, nachzufragen, wie man das schreibt.), namentlich Heaven (Herr, schmeiß' Namensgenerator vom Himmel. Braunblond, goldene Augen)
- der Elbe (was der Unterschied zur Elbe ist, weiß ich nicht) Arven (langes braunes Haar und haselnussbraune Augen. "Schwaaarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun..." Ja ja.)
- und schließlich und endlich der Veela Aurelia ("Ich spürte sie auf mich zu kommen, ihr silberblondes Haar weht um sie herum und ihre iceblauen Augen strahlten." ICEs sind rot-weiß, btw.)
Leider hat die Autorin die Begegnung mit Minas innerem Jabba the Hutt und Ork vergessen, das hätte ich zu gern gelesen.
Eigentlich muss ich die Geschichte gar nicht verreissen, die ist auch so lächerlich genug. Daher präsentiere ich stolz und begeistert darüber, wie jemand so einen Mist verzapfen kann,
DIE GESCHICHTE!
P.S.: Plot hat die Geschichte übrigens keinen.
Mittwoch, 20. Februar 2008
The Crucible - Ganz klasse.
Ja ja, die leidige Schullektüre. Zuerst lesen wir sie, dann schreiben wir eine Arbeit darüber und am Ende müssen wir uns auch noch den Film ansehen.
Das Lesen war ja noch anständig, ging schell und war, bis auf einige Diskussionen, schmerzlos. Das einzig Bejammernswerte, das mir hierzu einfiele, ist Folgendes:
Es geht um die Frage, warum sich Pastor Parris denn bitte schön so aufgeregt hat, als er seine Tochter und seine Nichte beim Nackttanzen im Wald erwischte.
Drei Antworten in chronologisch korrekter Reihenfolge:
Schüler 1 (zu): "Ja Mann, der is' halt Pfarrer und darf doch deshalb nich' und so und vielleicht war das ja so seine unterdrückte Sexualität und so...." (Grinst dämlich)
Fionn: "Bezweifle ich stark. Das Stück spielt im siebzehnten Jahrhundert in Amerika. Jeder, der sich mit der epochalen Geschichte dieser Zeit auch nur ein bisschen auskennt, weiß, dass die damaligen weißen Einwohner Amerikas zum Großteil Protestanten waren, die von Maria der Katholischen aus Großbritannien vertrieben worden waren. Außerdem hat Parris eine Tochter, die in ihrer Trance unaufhörlich von ihrer Mutter schwafelt, ergo muss er mal verheiratet gewesen sein (als Witwer noch mal studieren war damals nich').
Ich glaube, der ist einfach nur prüde und verklemmt, er ist schließlich Puritaner."
Ja, ich hör mich im Unterricht tatsächlich so an.
Schülerin 2: "Ja weil der ist doch katholisch, und da darf der doch überhaupt keine Frau..."
Fionn: "Sag mal, wie blöd bist du eigentlich?" (Das war gemein. Aber manchmal glaube ich, die Welt ist das auch, und was die darf, darf ich schon lange.)
...
Ganz recht.
Die Arbeit war soweit auch in Ordnung. 98 von, ich glaube 100 erreichbaren Punkten, macht eine glatte Eins (muhar. Trotzdem habe ich nur eine Drei im Zeugnis, was nicht zuletzt auch an meinen häufigen Mittwochs-Fehlzeiten liegen könnte... Oder an der vergeigten Grammatikarbeit.)
Auszug:
Frage: 5. Lässt sich die in Hexenjagd dargestellte Thematik auf die heutige Zeit, auf unser gesellschaftliches Umfeld beziehen? Begründen Sie Ihre Einschätzung ausführlich.
Die Thematik der "Hexenjagd" lässt sich durchaus in unsere Zeit und Gesellschaft übertragen. Bringt erst jemand den Stein ins Rollen, entwickelt er sich schnell zur Lawine.
Das beste Beispiel ist die Panikmache durch die Medien, die, durch eine einzelne Zeugenaussage beeinflusst, eine wahre Hetzjagd veranstalten können (Beispiel: Der Kinderschänder-Prozess um Michael Jackson).
Unsere Gesellschaft ist durch die Deindividualisierung durch den Popularitätswahn abgestumpft genug, beinahe jeden, entschuldigen sie meine Ausdrucksweise, Mist zu glauben, der ihr zum Fraß vorgeworfen wird, erst recht, wenn sie sich blindlinks an einen charismatischen Anführer hängt.
Menschen sind Herdentiere, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Sie wollen zu einem Glauben verführt werden (nicht nur religiös gesehen), wollen blind folgen und haben den bedauerlichen Hang, allen Anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Ja, die "Hexenjagd" würde auch heute noch funktionieren.
So weit, so gut. Der Hammer war nur, dass, als ich mich heute arglos auf die erste Deutschstunde seit über einem Monat freute (Weinachtsferien, Krankheit und Praktikum), wir in einen Medienraum gelotst wurden, und unsere Lehrerin verkündete:
"Wir schau'n uns heute den Film zur Hexenjagd von Arthur Miller an."
Nun, aus der letzten Reihe kam sofort ein abfälliger Kommentar (von mir).
"Ich mag aber keine Literaturverfilmungen."
"Och", meinte da die Lehrerin, "Die ist nicht so schlimm, die ist ganz schnulzig."
"Eben drum.", brummte Fionn.
Die Kurzzusammenfassung für all jene welche, die die Handlung noch nicht kennen:
Salem, Ende des 17. Jahrhunderts. Ein paar pubertierende Mägdelein aus der Puritanersiedlung bekommen von Mommy und Daddy keine Reizwäsche und müssen deshalb nackt im Wald rumhopsen, immer in der Hoffnung, die Objekte ihrer Begierden könnten sie bei ihrem "Liebeszauber" rein zufällig entdecken und in heißer Leidenschaft entbrennen.
Dummerweise streift aber nicht ein Trupp gutaussehender Holzfäller/Feuerwehrmänner/Bauernburschen durch den Wald, sondern der erzkonservative, aber luxusverliebte Pastor Parris, und bei ihm entbrennt auch nicht Lendenfeuer, sondern eine Stinkwut, als er seine einzige Tochter und seine Nichte Abigail, die sich grade mit Hühnerblut besudelt hat, ums Feuer tanzen sieht wie die Ku-Klux-Schlümpfe.
Parris' Tochter kriegt eine schreckbedingte Paralyse und Krampfstarre, die auch auf eine Mutterkornvergiftung zurückzuführen sein dürfte, und daraufhin kommt natürlich jeder sofort drauf:
Das kann ja nur Hexerei gewesen sein!
Als erstes wird natürlich die schwarze Sklavin beschuldigt, auf dreifachen schriftlichen Antrag des Teufels die Teenies behext zu haben, was sie auch zugibt. Da sieht man mal wieder, dass unzureichende Sprachkenntnisse von angeklagten Zuwanderern (wenn auch unfreiwilligen) auch schon vor knapp 300 Jahren schamlos ausgenutzt wurden.
Erstaunlicherweise behauptet sie zwar, ihre Seele dem Wasweißichwievielgehörnten in einem Buch mit ihrem eigenen Blut bla bla überschieben zu haben ("Für ein Entgeld"), sagt aber dann doch, dass ihre Seele Gott alleine gehöre.
Was stimmt hier nicht?
Es geht weiter. Im Laufe des Films erfährt der geneigte Zuschauer, dass Abigail, die augenscheinlich eine gewisse Reputation als Dorfmatratze mit sich herumträgt (nicht ganz unfreiwillig, wie mir scheint), eine kleine Affäre mit John Proctor, einem verheirateten, superaufgeklärten, megacoolen Bauern hatte. Ich zitiere frei aus dem Film:
"Sag nicht, wir hätten uns nicht berührt, John Proctor! Du hast geschwitzt wie ein Hengst [...]"
Die Frage ist nur: Wollten wir das wirklich wissen?
Und lassen sich so nicht auch die hexereibedingten Erscheinungen erklären?
"Ich wachte auf und stand nackt in meinem Fensterrahmen!"
Warum wohl?
"John, jeden Abend erwarte ich dich voller Sehn..."
...würg.
Tja, anschließend klagt Abigail Proctors Frau der Hexerei und dem versuchen Mord an ihr an und findet das auch noch lustig, weil sie doch jetzt ganz in Weiß und sooo unschuldig John heiraten kann.
Weiter sind wir nicht gekommen, aber die Folter findet nächsten Mittwoch ihre Fortsetztung.
A jolly farewell for now.
Das Lesen war ja noch anständig, ging schell und war, bis auf einige Diskussionen, schmerzlos. Das einzig Bejammernswerte, das mir hierzu einfiele, ist Folgendes:
Es geht um die Frage, warum sich Pastor Parris denn bitte schön so aufgeregt hat, als er seine Tochter und seine Nichte beim Nackttanzen im Wald erwischte.
Drei Antworten in chronologisch korrekter Reihenfolge:
Schüler 1 (zu): "Ja Mann, der is' halt Pfarrer und darf doch deshalb nich' und so und vielleicht war das ja so seine unterdrückte Sexualität und so...." (Grinst dämlich)
Fionn: "Bezweifle ich stark. Das Stück spielt im siebzehnten Jahrhundert in Amerika. Jeder, der sich mit der epochalen Geschichte dieser Zeit auch nur ein bisschen auskennt, weiß, dass die damaligen weißen Einwohner Amerikas zum Großteil Protestanten waren, die von Maria der Katholischen aus Großbritannien vertrieben worden waren. Außerdem hat Parris eine Tochter, die in ihrer Trance unaufhörlich von ihrer Mutter schwafelt, ergo muss er mal verheiratet gewesen sein (als Witwer noch mal studieren war damals nich').
Ich glaube, der ist einfach nur prüde und verklemmt, er ist schließlich Puritaner."
Ja, ich hör mich im Unterricht tatsächlich so an.
Schülerin 2: "Ja weil der ist doch katholisch, und da darf der doch überhaupt keine Frau..."
Fionn: "Sag mal, wie blöd bist du eigentlich?" (Das war gemein. Aber manchmal glaube ich, die Welt ist das auch, und was die darf, darf ich schon lange.)
...
Ganz recht.
Die Arbeit war soweit auch in Ordnung. 98 von, ich glaube 100 erreichbaren Punkten, macht eine glatte Eins (muhar. Trotzdem habe ich nur eine Drei im Zeugnis, was nicht zuletzt auch an meinen häufigen Mittwochs-Fehlzeiten liegen könnte... Oder an der vergeigten Grammatikarbeit.)
Auszug:
Frage: 5. Lässt sich die in Hexenjagd dargestellte Thematik auf die heutige Zeit, auf unser gesellschaftliches Umfeld beziehen? Begründen Sie Ihre Einschätzung ausführlich.
Die Thematik der "Hexenjagd" lässt sich durchaus in unsere Zeit und Gesellschaft übertragen. Bringt erst jemand den Stein ins Rollen, entwickelt er sich schnell zur Lawine.
Das beste Beispiel ist die Panikmache durch die Medien, die, durch eine einzelne Zeugenaussage beeinflusst, eine wahre Hetzjagd veranstalten können (Beispiel: Der Kinderschänder-Prozess um Michael Jackson).
Unsere Gesellschaft ist durch die Deindividualisierung durch den Popularitätswahn abgestumpft genug, beinahe jeden, entschuldigen sie meine Ausdrucksweise, Mist zu glauben, der ihr zum Fraß vorgeworfen wird, erst recht, wenn sie sich blindlinks an einen charismatischen Anführer hängt.
Menschen sind Herdentiere, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Sie wollen zu einem Glauben verführt werden (nicht nur religiös gesehen), wollen blind folgen und haben den bedauerlichen Hang, allen Anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Ja, die "Hexenjagd" würde auch heute noch funktionieren.
So weit, so gut. Der Hammer war nur, dass, als ich mich heute arglos auf die erste Deutschstunde seit über einem Monat freute (Weinachtsferien, Krankheit und Praktikum), wir in einen Medienraum gelotst wurden, und unsere Lehrerin verkündete:
"Wir schau'n uns heute den Film zur Hexenjagd von Arthur Miller an."
Nun, aus der letzten Reihe kam sofort ein abfälliger Kommentar (von mir).
"Ich mag aber keine Literaturverfilmungen."
"Och", meinte da die Lehrerin, "Die ist nicht so schlimm, die ist ganz schnulzig."
"Eben drum.", brummte Fionn.
Die Kurzzusammenfassung für all jene welche, die die Handlung noch nicht kennen:
Salem, Ende des 17. Jahrhunderts. Ein paar pubertierende Mägdelein aus der Puritanersiedlung bekommen von Mommy und Daddy keine Reizwäsche und müssen deshalb nackt im Wald rumhopsen, immer in der Hoffnung, die Objekte ihrer Begierden könnten sie bei ihrem "Liebeszauber" rein zufällig entdecken und in heißer Leidenschaft entbrennen.
Dummerweise streift aber nicht ein Trupp gutaussehender Holzfäller/Feuerwehrmänner/Bauernburschen durch den Wald, sondern der erzkonservative, aber luxusverliebte Pastor Parris, und bei ihm entbrennt auch nicht Lendenfeuer, sondern eine Stinkwut, als er seine einzige Tochter und seine Nichte Abigail, die sich grade mit Hühnerblut besudelt hat, ums Feuer tanzen sieht wie die Ku-Klux-Schlümpfe.
Parris' Tochter kriegt eine schreckbedingte Paralyse und Krampfstarre, die auch auf eine Mutterkornvergiftung zurückzuführen sein dürfte, und daraufhin kommt natürlich jeder sofort drauf:
Das kann ja nur Hexerei gewesen sein!
Als erstes wird natürlich die schwarze Sklavin beschuldigt, auf dreifachen schriftlichen Antrag des Teufels die Teenies behext zu haben, was sie auch zugibt. Da sieht man mal wieder, dass unzureichende Sprachkenntnisse von angeklagten Zuwanderern (wenn auch unfreiwilligen) auch schon vor knapp 300 Jahren schamlos ausgenutzt wurden.
Erstaunlicherweise behauptet sie zwar, ihre Seele dem Wasweißichwievielgehörnten in einem Buch mit ihrem eigenen Blut bla bla überschieben zu haben ("Für ein Entgeld"), sagt aber dann doch, dass ihre Seele Gott alleine gehöre.
Was stimmt hier nicht?
Es geht weiter. Im Laufe des Films erfährt der geneigte Zuschauer, dass Abigail, die augenscheinlich eine gewisse Reputation als Dorfmatratze mit sich herumträgt (nicht ganz unfreiwillig, wie mir scheint), eine kleine Affäre mit John Proctor, einem verheirateten, superaufgeklärten, megacoolen Bauern hatte. Ich zitiere frei aus dem Film:
"Sag nicht, wir hätten uns nicht berührt, John Proctor! Du hast geschwitzt wie ein Hengst [...]"
Die Frage ist nur: Wollten wir das wirklich wissen?
Und lassen sich so nicht auch die hexereibedingten Erscheinungen erklären?
"Ich wachte auf und stand nackt in meinem Fensterrahmen!"
Warum wohl?
"John, jeden Abend erwarte ich dich voller Sehn..."
...würg.
Tja, anschließend klagt Abigail Proctors Frau der Hexerei und dem versuchen Mord an ihr an und findet das auch noch lustig, weil sie doch jetzt ganz in Weiß und sooo unschuldig John heiraten kann.
Weiter sind wir nicht gekommen, aber die Folter findet nächsten Mittwoch ihre Fortsetztung.
A jolly farewell for now.
Dienstag, 19. Februar 2008
Die Individualistenuniform

Wichtigster Bestandteil der zeitgemäßen Idividualistenuniform ist das Schuhwerk. Hier gibt es im Moment folgende Optionen:
- Chucks (All-Star-Pantoletten, die in Entwicklungsländern von unterbezahlten kleinen Kindern unter Einwirkung giftiger Dämpfe hergestellt und hier für Schweinegeld verscherbelt werden)
- Vans (Zur Herstellungsmethode siehe Chucks)
-Ballerinas (Die unsäglichen Dinger, die man in der Grndschule zum Sport tragen musste, mit denen ein normaler Mensch nicht laufen kann und aus denen man sowieso nach drei Metern rausrutscht)
Dieses Schuhwerk ist
- sauteuer
- nicht grade haltbar
- meistens ziemlich langweilig und
- nicht recyclebar
Bleiben wir bei den Accessoires. Taschen sind in dieser Saison groß, unhandlich und haben wenig Stauraum. Dieses Prinzip lässt sich auch auf die Traumautos unserer Individualisten anwenden. Dazu passen fette Armreifen aus Billigmetall ohne Allergikerwarnung und wenig Intellekt.
Man trägt wieder Lila, die Farbe der unbefriedigten Frauen (Nichts gegen Lila an sich. Ich mag die Farbe, aber nicht in der aktuellen H&M-Version), und zwar am liebsten in Leder oder Polyester und in allen Nuancen, ganz egal, ob die sich nun beissen wie Kampfhunde oder nicht.
Ich weiß nicht, was aus dem guten alten Lippenstift geworden ist ("Geben Sie mir einen Lippenstift! Ganz egal welchen, Hauptsache ROT!"), aber Lipgloss trieft von allen Kauleisten, und auch der Lidschatten blüht wie auf dem russischen Straßenstrich (excuse my french).
Kleidungstechnisch sind Röhrenjeans und Nierenleiden ein Muss, man magert schon jetzt ab, um den nächsten Winter nicht zu überstehen (wenn man diesen unglücklicherweise überlebt hat, weil man sich eine Du darfst!-Salamischeibe zu viel gegönnt hat). Dazu passen total taffe Lederjäckchen, die so wahnsinnig verwegen aussehen, dass jeder Blackmetaller grün vor Neid wird und überlange Schläuchein grau, silber und hellschwarz, die man fälschlicherweise als T-Shirts bezeichnet.
Wichtig für den Look: Verbrannte Haut.
Fazit: Wer dieses Frühjahr aussieht wie eine Hausbrandleiche im schwarzen Müllsack, ergänzt mit Edelplastik in müllbeutelblau in Größe Wurstpelle XXS am Bein und peinlichen Sklavenarbeitstretern, dem winkt vielleicht eine Chance als Germany's Next Deppmodel.
Schöne Grüße an die Großeltern.
Montag, 18. Februar 2008
Kein Ende der Klonkriege in Sicht
"Ich kenn da ein Mädchen aus meiner Klasse, und die hat ihren eigenen Klon, der keinen eigenen Willen hat!"
"Sind doch Vollpfosten."
"Und die Vera-Marie hat Klamotten von H&M, mit denen sie aussieht wie alle anderen!"
"Auch Vollpfosten."
"Fionn, wenn ich groß bin, will ich auch mal Vollpfosten werden!"
So oder so ähnlich könnte sich ein Gespräch zwischen meiner (fiktiven) kleinen Schwester und mir abspielen. Die Beispiele entstammen meinem eigenen Umfeld, einer Kunstschule in Frankfurt AM, und erbringen wieder mal den Beweis, dass Individualisten so gar nicht mehr das sind, was sie mal waren.
Nehmen wir als Positivbeispiel zuerst die 68er: Die revolutionierten damals mit abgetragenen Klamotten und langen Haaren gegen eine Wohlstandsgesellschaft, die heute (wie in dem oben zitierten Bauspar-Werbespot) wieder propagiert wird. Sie lebten von biodynamischem Grünfutter und bauten ihre Häuser von Grund auf selbst - nix Bausparen -, zogen ihre Kinder ohne staatliches Schulsystem auf und fanden ihr Seelenheil auch außerhalb des schnöden Mammon.
Bevor die Drogen kamen, versteht sich.
Diese Bewegung zog sich bis in die frühen 90er-Jahre hin, selbst ich bin noch mit gewissen Anklängen auf verweiblichte Natur, Grünkernbratlinge und Birkenstocklatschen groß geworden.
Es hat mir nicht geschadet.
Ganz anders heute. Heute kann man Individualismus in verschiedene Gruppen aufteilen.
1. Die Wochenend-Individualisten
Nennen sich auch Raver, Manager oder erfolgreich. Diese Spezies macht Yoga, schickt ihre Kinder auf Eliteschulen und zu Supernannis, die dank "alternativer, freiheitlicher Erziehung" mit den Blagen kaum fertig werden und feiert in Edelkneipen, die noch einen (sauteuer erkauften) Touch vom "Pub nebenan" haben müssen und in denen man sich wieder fühlt wie in der von Papi finanzierten Studienzeit. Die sind eigentlich halb so wild
2. Die Hau-Ruck-Fraktion
Da müssen es schon Dreadlocks, kiloweise Blech in der Visage oder zumindest knallbunte Haare und eine Null-Bock-Attitüde sein. Der Lebensraum dieser Art erstreckt sich auf die Flächen vor Einkaufszentren, Kunstschulen, staatliche oder private Gymnasien, Jungpolitiker-Debatten und Demos, bei denen man nicht mal weiß, wogegen oder wofür sie eigentlich sind. Meist finanziert von Mami und Papi entwickeln sie sich nicht selten zu Typus 1, wenn sie erst mal den sicherheitsnadelgespickten Palituchwindeln entwachsen sind und gelernt haben, wozu Shampoo und Haarbürste im Bad vor sich hin stauben. Diese Menschen rennen oft überall hin, wo Folk drauf steht, auch wenn gar kein Folk drin ist. Aber hierzu ein anderes Mal mehr.
3. Die Schlimmste Sorte
Das sind die kleinen, auf naiv machenden Tussis, die bei Hager & Mager einkaufen, nie über Kleidergröße 36 rauskommen und glauben, dass sie mit viel Mascara in der Schule mehr erreichen als mit einem IQ, der über dem eines Toastbrotes liegt ("Meine Arme sind so kurz! ...Herr XY, können Sie mir ma' helfen?" Und das mit einem Ausschnitt bis zum Bauchnabel).
Auch neigen sie dazu, sich so lange in eine Backröhre alias Sonnenbank zu legen, bis sie ehr einer Karotte als einem menschlichen Wesen gleichen: gefurcht, mit überstraffer Haut und orange.
Dazu passend gibts den Stufenschnitt, der alle acht Tage nachgeschnitten werden muss, nicht zu vergessen die Strähnchen (wahlweise in strohdumm oder beachburned), die Maniküre und der/ die/ das neuste Lippgloss, das in der Zusammensetzung etwa dem nach dem Einkaufsexzess eingenommenen Frischfutter bei McDoof gleicht.
Diese Spezies existiert auch in der männlichen Form, wird aber weit seltener als solche erkannt. Merkmale sind exzessiver Handygebrauch (das neuste Aufklappmodell), unpraktische Taschen (die Handtasche für den Mann ist im Kommen), stone-washed Jeans und ein arroganter Gesichtsausduck, bei dem ein drübertätowiertes Metrosexuell, alternativ auch Bambi wirklich keinen Schaden mehr anrichten kann.
Kritik in jeglicherForm kennen diese Leute nicht. Alles, was im Trend liegt, ist toll, Mitläufer, und stolz drauf! Egal ob Fluch der Karibik, Herr der Ringe, Röhrenjeans oder inflationärer Lila-Gebrauch, auf Gesundheitsschädlichkeit, historical correctness oder Stil wird nicht geachtet.
Auch die Individualistenuniform entspringt dieser Bevölkerungsgruppe, die sich für unwahrscheinlich orginell hält.
Der Beitrag zur Individualistenuniform folgt im Laufe der Woche.
Dies ist eine Kritik-Reihe.
Für Genauigkeit der Angaben besteht keinerlei Gewähr, allerdings bestätige ich, dass meine Recherchen besser sind als die von Galileo Mystery.
Einen schönen Abend noch.
"Sind doch Vollpfosten."
"Und die Vera-Marie hat Klamotten von H&M, mit denen sie aussieht wie alle anderen!"
"Auch Vollpfosten."
"Fionn, wenn ich groß bin, will ich auch mal Vollpfosten werden!"
So oder so ähnlich könnte sich ein Gespräch zwischen meiner (fiktiven) kleinen Schwester und mir abspielen. Die Beispiele entstammen meinem eigenen Umfeld, einer Kunstschule in Frankfurt AM, und erbringen wieder mal den Beweis, dass Individualisten so gar nicht mehr das sind, was sie mal waren.
Nehmen wir als Positivbeispiel zuerst die 68er: Die revolutionierten damals mit abgetragenen Klamotten und langen Haaren gegen eine Wohlstandsgesellschaft, die heute (wie in dem oben zitierten Bauspar-Werbespot) wieder propagiert wird. Sie lebten von biodynamischem Grünfutter und bauten ihre Häuser von Grund auf selbst - nix Bausparen -, zogen ihre Kinder ohne staatliches Schulsystem auf und fanden ihr Seelenheil auch außerhalb des schnöden Mammon.
Bevor die Drogen kamen, versteht sich.
Diese Bewegung zog sich bis in die frühen 90er-Jahre hin, selbst ich bin noch mit gewissen Anklängen auf verweiblichte Natur, Grünkernbratlinge und Birkenstocklatschen groß geworden.
Es hat mir nicht geschadet.
Ganz anders heute. Heute kann man Individualismus in verschiedene Gruppen aufteilen.
1. Die Wochenend-Individualisten
Nennen sich auch Raver, Manager oder erfolgreich. Diese Spezies macht Yoga, schickt ihre Kinder auf Eliteschulen und zu Supernannis, die dank "alternativer, freiheitlicher Erziehung" mit den Blagen kaum fertig werden und feiert in Edelkneipen, die noch einen (sauteuer erkauften) Touch vom "Pub nebenan" haben müssen und in denen man sich wieder fühlt wie in der von Papi finanzierten Studienzeit. Die sind eigentlich halb so wild
2. Die Hau-Ruck-Fraktion
Da müssen es schon Dreadlocks, kiloweise Blech in der Visage oder zumindest knallbunte Haare und eine Null-Bock-Attitüde sein. Der Lebensraum dieser Art erstreckt sich auf die Flächen vor Einkaufszentren, Kunstschulen, staatliche oder private Gymnasien, Jungpolitiker-Debatten und Demos, bei denen man nicht mal weiß, wogegen oder wofür sie eigentlich sind. Meist finanziert von Mami und Papi entwickeln sie sich nicht selten zu Typus 1, wenn sie erst mal den sicherheitsnadelgespickten Palituchwindeln entwachsen sind und gelernt haben, wozu Shampoo und Haarbürste im Bad vor sich hin stauben. Diese Menschen rennen oft überall hin, wo Folk drauf steht, auch wenn gar kein Folk drin ist. Aber hierzu ein anderes Mal mehr.
3. Die Schlimmste Sorte
Das sind die kleinen, auf naiv machenden Tussis, die bei Hager & Mager einkaufen, nie über Kleidergröße 36 rauskommen und glauben, dass sie mit viel Mascara in der Schule mehr erreichen als mit einem IQ, der über dem eines Toastbrotes liegt ("Meine Arme sind so kurz! ...Herr XY, können Sie mir ma' helfen?" Und das mit einem Ausschnitt bis zum Bauchnabel).
Auch neigen sie dazu, sich so lange in eine Backröhre alias Sonnenbank zu legen, bis sie ehr einer Karotte als einem menschlichen Wesen gleichen: gefurcht, mit überstraffer Haut und orange.
Dazu passend gibts den Stufenschnitt, der alle acht Tage nachgeschnitten werden muss, nicht zu vergessen die Strähnchen (wahlweise in strohdumm oder beachburned), die Maniküre und der/ die/ das neuste Lippgloss, das in der Zusammensetzung etwa dem nach dem Einkaufsexzess eingenommenen Frischfutter bei McDoof gleicht.
Diese Spezies existiert auch in der männlichen Form, wird aber weit seltener als solche erkannt. Merkmale sind exzessiver Handygebrauch (das neuste Aufklappmodell), unpraktische Taschen (die Handtasche für den Mann ist im Kommen), stone-washed Jeans und ein arroganter Gesichtsausduck, bei dem ein drübertätowiertes Metrosexuell, alternativ auch Bambi wirklich keinen Schaden mehr anrichten kann.
Kritik in jeglicherForm kennen diese Leute nicht. Alles, was im Trend liegt, ist toll, Mitläufer, und stolz drauf! Egal ob Fluch der Karibik, Herr der Ringe, Röhrenjeans oder inflationärer Lila-Gebrauch, auf Gesundheitsschädlichkeit, historical correctness oder Stil wird nicht geachtet.
Auch die Individualistenuniform entspringt dieser Bevölkerungsgruppe, die sich für unwahrscheinlich orginell hält.
Der Beitrag zur Individualistenuniform folgt im Laufe der Woche.
Dies ist eine Kritik-Reihe.
Für Genauigkeit der Angaben besteht keinerlei Gewähr, allerdings bestätige ich, dass meine Recherchen besser sind als die von Galileo Mystery.
Einen schönen Abend noch.
So.
Wieder ein Punkt auf meiner Liste erledigt:
- Meine missmutige Weltanschauung öffentlich kundtun
Jawoll!
Denn Ich meckere gern. Über alles. Vornehmlich über Filme, die Medien, Musik, Mode, die Jugend von heute, und das bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter.
Nein. Das war jetzt ein bisschen brutal ausgedrückt.
Ich kritisiere.
Fast alles.
Falls jemand Vorschläge hat, möger er sie mir antragen.
Wieder ein Punkt auf meiner Liste erledigt:
- Meine missmutige Weltanschauung öffentlich kundtun
Jawoll!
Denn Ich meckere gern. Über alles. Vornehmlich über Filme, die Medien, Musik, Mode, die Jugend von heute, und das bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter.
Nein. Das war jetzt ein bisschen brutal ausgedrückt.
Ich kritisiere.
Fast alles.
Falls jemand Vorschläge hat, möger er sie mir antragen.
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