Samstag, 29. März 2008

Café-Ing?

Diesmal von unserem Krisengebietskorrespondenten, dem Sockenzombie.

Warum hab ich mich überhaupt dazu breitschlagen lassen, meine Schwester und ihre Freundin nach Hause zu taxieren? Nächstes Mal sollen die selber sehen wie sie heimkommen. Ehrlich, liefe bei mir jeder Abend so ab wie dieser, ich würde wahrscheinlich Depressionen kriegen. Oder an akutem Stumpfsinn erkranken. Oder Zuflucht im Alkohol suchen. Oder alles zusammen. Der Durchschnitt scheint hier ja bei zwei von drei zu liegen – und dabei handelt es sich in der Regel um die beiden zuletzt genannten Möglichkeiten. Lassen wir diesen Abend mal Revue passieren.

Ich hab mich also dazu bereit erklärt, die beiden nach Hause zu fahren, weil ja Feiertag ist und deswegen keine Busse fahren und ich ja sowieso freitags das Auto habe und so weiter. Weil mein favorisiertes Ziel aus Feiertagsgründen ebenfalls geschlossen hat und meine Freunde wegen der Ferien wer weiß wo überall verstreut sind, entschließe ich mich eben, den beiden für einen Abend Gesellschaft zu leisten.

Ca. 19:30, vielleicht auch schon etwas später:
In einer Art Café treffe ich die beiden Damen im so ziemlich verstecktesten Winkel an. In diesem Etablissement ist das beliebteste Getränk eine heiße Schokolade, die zu etwa 95% aus Zucker besteht. Aber heute Abend habe ich anscheinend Glück, denn mir lacht eine Früchteteegesellschaft entgegen. Während ich meine Bestellung an der der Damen ausrichte, flammt in mir die Hoffnung auf, dass dieser Abend möglicherweise gar nicht so schlimm wird. Man erzählt sich ein paar kleine Anekdoten, liest den Teesatz (mit anderen Getränken geht das besser), natürlich wird man auch Zeuge der Entstehung von spontanen Stillleben und Detailaufnahmen des Inventars durch die immerzu mitgeführte Digitalkamera, aber große Selbstfotografien-Orgien, die ihre finale Ruhestätte auf Myspace oder SchülerVZ finden, bleiben glücklicherweise aus. Die beiden versuchen, mich zu überreden, sie einzuladen. Mädels, ich fahr euch doch schon, und so viel Geld verdiene ich mit meiner Zivi-Stelle auch nicht!

Ab ca. 20:00
Wechsel der Örtlichkeiten, es geht weiter in eine nahe gelegene Kneipe. Theoretisch gesehen bietet dieser Ort die perfekten Voraussetzungen für einen gelungenen Abend, die Musik ist im Gegensatz zu den meisten anderen Clubs erstens gut und zweitens leise genug, dass tatsächlich eine Unterhaltung möglich ist. Es kommt auch eine Unterhaltung zustande, nur dumm, dass diese hauptsächlich von Insidern meiner Begleiterinnen geprägt ist. Die Damenschaft bestellt sich Getränke auf Bierbasis. Ich als Fahrer begnüge mich für den ganzen Abend mit einer Spezi und einer Sprite. Irgendwann setzt sich irgendein Student mit an den Tisch, der offenbar mit meiner Begleitung bekannt ist. Es beginnt ein hochinteressantes Gespräch, dessen Hauptinhalt es ist, die auswendig gelernten, besten Passagen aus einer TV-Serie zu rezitieren. Ja, ich weiß, die Simpsons sind göttlich. Und dieses Gespräch wäre auch wirklich die Zeit wert, die es beansprucht/totschlägt, wenn ich diese ganzen Zitate nicht selbst schon auswendig kennen würde.

Ca. 22:30
Mit der Zeit gesellt sich ein weiterer Student zum Tisch hinzu, das Gesprächsthema bleibt die meiste Zeit dasselbe. Irgendwann wird auch ein Buch zum Teil des Gesprächs, man führt uns ein darin vorkommendes Bilderrätsel vor. Um was es in dem Buch geht, hab ich nicht rausgekriegt. Nur absolut krank soll es sein. Irgendwann wechseln wir zur Sitzgruppe. Das Sofa ist zwar weicher, aber wenn man bedenkt, wie gedrängt wir darauf zunächst Platz nehmen müssen, wird die Frage, ob es bequemer war als vorher, eher zu einem streitbaren Thema. Durch den Ortswechsel hat sich nur die Anzahl der Personen am selben Tisch erhöht. Von einer Steigerung des Gesprächsniveaus bekomme ich nichts mit. Irgendwas stinkt nach Sauerkraut. Ich bin hundemüde. Nächstes Mal bestell ich wieder ne vollwertige Cola. Wie spät ist es? 23:30? Ist das nicht eine gute Zeit, um heimzufahren? War ja nur ein Vorschlag. Ich bin echt hundemüde. Versuche, durch Zurücklehnen und Augen ausruhen wieder ein wenig wacher zu werden und lehne mich im Kampf gegen die Einengung zurück. Ich werde nicht wacher, aber richtig schläfrig bin ich auch nicht. Nur müde. Ich versuche, wieder das Thema des Gesprächs aufzuschnappen, sehe aber, dass sich mit Ausnahme der Hinzunahme von Internet-Videos in den engen Themenpool nicht viel geändert hat. Der Rat von meiner Schwester Freundin: „Schlaf ruhig weiter.“

Ca. 01:30
Verdammt, langsam werde ich wieder einigermaßen wach. Die Essenz des Gesprächs ist immer noch die gleiche. Offenbar schauen sich die Herren Studenten ihre ganzen Serien im Originalton an, war schon zu vermuten, da ihre Zitate nicht exakt mit der offiziellen Übersetzung übereinstimmten. Jetzt, zu fortgeschrittener Stunde und fortgeschrittenem Alkoholpegel fallen die spontanen Übersetzungen natürlich schwerer, daher wird eben auf Englisch zitiert. Auch wenn ich jetzt wach bin, und aus purer Langeweile fast schon wieder Interesse am Gesprächsinhalt habe, muss ich schnell resignieren, da ich aufgrund der vom Alkohol betäubten Zungen nur noch die Hälfte verstehe. Inzwischen sind auch Sauf- und Kotzgeschichten in den Gesprächsstoff eingeflossen, nur um zu erwähnen, dass es nicht den ganzen Abend um TV-Serien ging. Wie sieht es mit meiner weiblichen Begleitung aus? Die scheinen noch das gesamte Gespräch zu verstehen, oder sie tun zumindest so und haben trotzdem ihren Spaß. Vielleicht muss man dafür auch einfach nur genug Alkohol getrunken haben.

02:30
Die Kneipe schließt ihre Pforten, fünf Menschen stehen auf der Straße. Genauer gesagt, zwei Studenten mit jeweils ca. sieben Bier intus, zwei Schülerinnen mit drei Bier oder Radler und ein Fahrer mit einer Spezi und einer Sprite. Am Ende des Abends haben wir noch festgestellt, dass wir ziemlichen Hunger haben und ich habe eine mögliche Pizza ins Gespräch gebracht. Die beiden Studenten haben daraus dann eine Dönerpizza gemacht, die wir unbedingt mal probieren sollten. Ein echtes Pech, dass die angepeilte Dönerbude wider Erwarten schon geschlossen hat. Das wäre ein guter Zeitpunkt, zum Auto zu gehen und heimzufahren, denk ich mir. Aber die Gesellschaft marschiert lieber einfach mal so ins Blaue hinein. Und die Mädchen finden’s auch noch toll. Haha, von wegen ins Blaue. Das Ziel ist natürlich eine andere Dönerbude. Da bestellen sich die beiden Studenten ihre Döner. Für sich. Der Rest der Gruppe wartet im penetrant nach Knoblauch stinkenden Essraum darauf, dass die beiden fertig gegessen haben. Wie lange soll das eigentlich noch dauern? Ich versuche, die beiden Damen mit einer Pizza zu bestechen, die ich ihnen in einer Pizzeria spendieren will, die auf dem Weg zum Auto liegt. OK, letztendlich stellt sich heraus, dass die auch schon zu ist (Ich hätte eine gekauft, wenn offen gewesen wäre, ehrlich!). Aber wenigstens sind wir jetzt auf dem Rückweg zum Auto. Die beiden Studenten kommen mit, weil nur ein kurzer Umweg zu ihren Häusern nötig wäre. Einer versucht, mich auf dem Weg dazu zu überreden, statt meines zuvor angestrebten Studiengangs im gestalterischen Bereich etwas vollkommen Trockenes, Technisches zu studieren. Mann, glaubst du echt, ich hätte das ausgeschlossen, wenn mich etwas in der Richtung auch nur ein bisschen interessieren würde?

03:11
Nach einer irrational lang andauernden Tour komme ich endlich mit meiner Schwester daheim an.

03:32
Endlich liege ich in meinem Bett. Nächstes Mal dürft ihr wieder Bus fahren.


Wir danken dem Verfasser für diesen ausführlichen, unter Lebensgefahr geschriebenen Bericht.
Armer Junge!

Für Clubbing sind wir zu doof.

Samstag, 22. März 2008

Ein Monster namens Jugendkultur

Die Dämonen heißen Myspace, Viva, MTV, Blond oder Clubbing.
Sie schleichen sich hinterrücks an Jugendliche an und werfen sich auf sie drauf. Zwar magersüchtig, aber dennoch übergewichtig drücken sie sie nieder und schlagen ihnen die Reißzähne in den zarten Nacken, um sich an frischem, sich neonpink verfärbendem Blut zu laben...
Keine Übertreibung!
Man wird quasi überschwemmt von Dauerparties, angesagten Clubs, trendigen Klamotten, Neologismen und Drinks, die eindeutig nach militärischem Ablenkmanöver klingen.
Oh, und Internet-Communities und Single-Börsen.

Hätte ich ein selbstgeknipstes Foto von mir, auf dem man nur das halbe Gesicht sehen kann, würde ich es hier als ganz schreckliches Beispiel reinstellen.
Leider habe ich keinen Myspace-Account und keine dämliche Frisur.
Ich werde auch nicht von meinen Freunden abgelichtet, dafür bin ich zu unfotogen, denn ich habe weder zwanzig Pfund Untergewicht, noch als Ausgleichsgewicht Make-up und Mascara (Und Kajal. Und Lidschatten.)
Pech.

Da ich beinahe wöchentlich ein wissenschaftlich wertvolles Magazin zum Studium der heutigen Jugend, ähm, kosumiere (trotz des beknatterten Layouts, der Wortwiederholungen, der niegrigen Druckqualität und der eindeutigen Voreingenommenheit der Red.), fühle ich mich tatsächlich in der Lage, eine Statistik, eine sog. In- & Out-Liste, zu erstellen, die die Weltsicht von Jugendlichen im Alter von 12 bis 21 Jahren verdeutlichen soll.

In

- Kinderarbeit zur Produktion peinlichen Schuhwerks und einheitlicher Kleidung (known as Chucks und H&M)
- fehlender Emanzipationswille bei Frauen
- Psychotherapien
- psychische Probleme
- Einheitsbrei
- Jugendkultur
- Manga und Anime (immernoch)
- Autos

Out

- Gesundheit
- Manieren
- Standardtänze
- Doctor Who
- Cartoons (gute)
- Fahrräder
- Kinderbücher (die gibt es ja eigentlich gar nicht)
- ShaNaNa

Ich könnte nicht behaupten, daß ich etwas gegen Benimmuntericht an deutschen Schulen hätte, zumindest nichts effektives.
Wenn mir eine Vierzehnjährige im Park brüllenderweise mitteilt, daß ich ihrer Meinung nach keinen BH trage, so halte ich das doch für äußerst bedenklich.
Wenn ich auf einem Schulhof mit Sachen beworfen werde, weil ich ein Buch lese, anstatt hinter der Turnhalle zu rauchen, halte ich das für ziemlich dämlich.
Wenn ich auf MTV eine von Mami und Papi finanzierte Studentin sehe, die laut und nicht sonderlich gut singt, Punk draufschreibt und dann als nächste Nina Hagen angepriesen wird (arme Nina), dann halte ich das für ein weiteres Zeichen, dass die Apokalypse nicht mehr weit sein kann.
Zumindest gesellschaftlich gesehen.

Donnerstag, 20. März 2008

Regelwerk-MSTing 2

Nachdem ich gestern über die erste Seite Gift gespuckt hab, mach ich das selbe mit der zweiten.
Ta-Da!

Widerstandsfähig (4/8)
Stufe 1: Der SC ist resistent gegen die meisten normalen Krankheiten und leichte Gifte.
Stufe 2: Der SC ist auch gegen starke Gifte fast immun. Er erleidet kaum Auswirkungen.

Warum erleide ich ständig Auswirkungen? Womit hab ich das verdient?

Fähigkeiten - Spezialisten

Können alles. Quote: "Haha, ich kann alles!" ->

Heiler (2/4/7)
Allgemein: Der SC kann Wunden behandeln (muss komplett ausgespielt werden).Außerdem hat er geringe Kenntnisse von der Anwendung einiger Heilpflanzen.
Stufe 1: Jeder verlorene Lebenspunkt benötigt 20 min. zur Regeneration.
Stufe 2: Der SC kann auch Krankheiten behandeln
(Er kann also Tee kochen und ihn in eine Tasse füllen. Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er dafür nur vier Punkte ausgeben musste!). Jeder verlorene Lebenspunkt benötigt 15 min. zur Regeneration.
Stufe 3: Der SC weiß einiges über die Anatomie des Menschen
(Möglichkeit a): Er ist ein Schwerverbrecher. Möglichkeit b): Er hat im Orient studiert) und kennt praktisch alle Krankheiten (Mir ist es grundsätzlich egal, ob er sie kennt. Mir reicht es, wenn er sie heilen kann.). Jeder verlorene Lebenspunkt benötigt 10 min. zur Regeneration.

Alchemist (4/ +X)
D
er SC kennt sich mit Tränken und Tinkturen aus und kann solche versuchen zu analysieren, was jedoch einige Zeit braucht (bitte ausspielen) Nein, ich setz' mich solang in mein Zimmer und analysiere mein Bier.
Stufe 1: Zwei Trank-Rezepte der Stufe 1.
Stufe 2+: für weitere Trank-Rezepte muss der Alchemist so viele AP bezahlen, wie die Stufe des Tranks beträgt.
"Mein Heiltrank hat 10 AP, den hatte ich auf'm Drachenfest und auf Mythodea dabei!"

Handwerker (je 2)
Mit dieser Fähigkeit ist der Charakter auf einem der folgenden Gebiete bewandert: Holz, Leder , Metall, Stoff (auch Hanf, LSD, Platte). Er kann damit entsprechende Gegenstände anfertigen, bearbeiten, reparieren oder auch fachgerecht zerlegen (z.B. die SL). Jedes Gebiet muss einzeln gekauft werden und kostet 2 AP.
man merkt, dass das Regelwerk von Ex-Gymnasiasten geschreiben wurde: Natürlich ist Handwerk nicht so viel wert wie Alchemie oder Germanistik/ Dummschwätzen (4/6)!

Fähigkeiten - Kampf

Weil Alchemie so arrogant war, hat Handwerk ihm eine reingehauen.

Pömpfen (1)
Der SC schlägt einer anderen Person (SL) mit einem stumpfen Gegenstand (Waffenknauf einer Polsterwaffe; bei mir ist da das Uhrwerk eines kaputten Weckers drin; etc. auf jeden Fall nichts wirklich hartes!!!) auf den Hinterkopf und sagt "Pömpfen" oder "Pömpf". Der Getroffene ist nun für 2-3 Minuten ohnmächtig.

Kampf mit Fernwaffen (2)
SC darf Fernwaffen, wie Bögen, Armbrüste oder Wurfwaffen, benutzen.
Schlage nie einen Revolver, der haut zurück!

Waffen zweihändig führen (4)
Der SC darf geeignete Waffen (z.B. Schweizermesser) zweihändig führen. Diese verursachen dan 2Punkte Schaden, anstatt nur einen. Dieser zusätzliche Schaden muss angesagt werden ("zwei" bei jedem Schlag -> Blöder Spieler), damit im Kampf niemand rätseln muss, ob er von einer Ein- oder Zweihandwaffe getroffen wurde.
Oo

Hohe Konstitution (6/+4)
Stufe 1: Der SC ist besonders abgehärtet (muss ausgespielt werden: Ein mal pro tag vor versammelter Mannschaft kalt duschen) und hat einen Lebenspunkt mehr (den er auch extra regenerieren muss).
Stufe 2+: Für jeweils 4 weitere AP erhält der SC einen weiteren Lebenspunkt dazu, bis zu einem maximum von 5 zusätzlichen Punkten. Auch dieser muss einzeln regeneriert werden.

Hach, wieder eine Seite rum. Leider nicht ganz so lächerlich wie die erste. So'n Pech.
Oh, und SL, sollte das einer von euch lesen (was ich nicht glaube): Fühlt euch nicht so auf'n Schlips getreten.
Hinweis für Allergiker: Kann Spuren von Ironie, Sarkasmus und Zynismus enthalten.

Mittwoch, 19. März 2008

Regelwerk-MSTing 1

Ich fahr auf LARP. Im April.
Ich bin überzeugte DKWDDK-Anhängerin.
Und ich musste erfahren, dass es auf besagter LARP ein punktebasiertes Regelwerk gibt.
Auf einer Anfänger-Con.
Damit die Anfänger auch auf'm Blatt Papier stehen haben, dass sie was können.
Guckt doch mal:

Abenteuerpunkte

Mal abgesehen davon, dass ein Anfänger per definitionem noch kein Abenteuer erlebt hat, heißt das Generierungspunkte. Oder Charakterpunkte. Oder - wenn man sich für ganz cool hält oder so nerdig ist, dass man ohne Anglizismen nicht mehr auskommt - Charpoints. Hört sich an wie was fürs Flugzeug.

Mit Abenteuerpunkten (AP) kauft ihr die weiter unten beschriebenen Fähigkeiten.
Viele Fähigkeiten haben mehrere Stufen...

Dummschwätzen 1 (6 AP)

..., was dadurch gekennzeichnet ist, dass die AP-Kosten durch / getrennt sind (Kosten Stufe 1/ Stufe 2/ etc.)

Ich halte Spieler (incl. mir) auch für blöd, aber nicht für so blöd.

Wenn ihr die Fähigkeit auf einer Höheren Stufe erwerbt, bring...

Der Verfasser ist (RL) überdurchscnittlich intelligent. Harhar, All your Rechtschreibprogramme are belong to me!!!!!
Oder eben Höhere Stufe (TM).

...sie euch entsprechend mehr Vorteile, wie eben angegeben ist.

Nein, ich schmeiß' meine Punkte einfach so zum Fenster raus.

Die Kosten betragen dabei nur den höchsten angegebenen Wert, also müsst ihr nicht erst die 1. Stufe kaufen bevor ihr die 2. erreichen könnt sondern zahlt für "1/2/4" z.B. nur 2 Punkte und nicht 3 ausgeben.
Achtet darauf, dass ihr euch keine unsinnigen Kombinationen erschaffst, denn die SL checken natürlich den Charakter vorher und achten ein wenig darauf, dass der Charakter stimmig und gut begründet ist.
Euer Charakter hat zu Spielbeginn 10 APs (Abenteuerpunkte)
Nein, wirklich?

All your Kommata und Logischer Satzbau are belong to me? Und der stimmige Charakter ist ein so alter LARP-Witz, der hat 'nen Bart bis nach Mittelerde.

Fähigkeiten - Allgemein

Alle gemein, genau.

Wohlhabend (2)
Der SC erhält zu Spielbeginn mehr Geld als ein normaler Charakter.

Erklärt sich das nicht eigentlich von selbst? (Siehe -> Blöder Spieler)

Adelig ($ äh, nein, 4)
Der SC erhält zu Spielbeginn mehr Geld als ein normaler Charakter. Hinzu kommen eventelle Vorteile die sich aus einer Situation ergeben, sowie dass der Name des SCs möglicherweise anderen Personen bekannt ist, was sowohl Vorteil , als auch Nachteil sein kann. Diese "Fähigkeit" muss in der Hintergrundgeschichte ausreichend begründet werden.

"Meine adeligen Eltern wurden von Orks/ Drow/ Vampieren [insert villain] getötet!".
Sollte vielleicht noch ein Verbot von DARA (Dämlicherweise Alleine Reisende Adelige) verhängt werden? Da tauchen dann wieder lauter feine Pinkel ohne Gefolge und Herold auf und wollen jeden mit ihrer Geschichte vollsülzen. Nä!

Wacher Geist (2)
Der SC bemerkt, wenn er unter einen Beherrschngszauber (aka. blödes punktebasiertes Regelwerk) fällt oder ähnlichen Beeinflussungen (der SL) ausgesetzt ist (was sonst meistens nicht der Fall ist!Wozudasausrufezeichen!). Er kann sich zwar nicht direkt zur Wehr setzen, allerdings hat er die Möglichkeit die Wirkung etwas hinaus zu zögern und aktiv Hilfe zu suchen. ...

Wie das, wenn er sich doch nicht zur Wehr setzen kann? Und sollte er nicht eher das Eintreten der Wirkung statt der Wirkung selbst hinauszögern?

... Gegen besonders starke Beeinflussung (den Wunsch, die SL zu schlagen) - diese müssen gesondert angesagt werden - hat er jedoch keine Chance.

Willensstark (4)
Der SC widersteht gewöhnlichen Beherrschungszaubern
(blödes punktebasiertes Regelwerk) und ähnlichen Beeinflussungen auch göttlicher Art, sofern sie nicht von der entsprechenden Gottheit selber kommen ("Nein, nein, ich will die verdammte Gabe/ Vision/ Segnung nicht haben! Du bist nur ein verdammter kleiner Erzengel, ich will denen Chef sprechen!!!!!"). Bei besonders staren Beeinflussungen (dem Wunsch, die SL zu schlagen), erleidet er eventuell nur schwächere Auswirkungen (Oh Gott! Ich erleide Auswirkungen! Sieht das eeeeklik aus!). Er muss seine Resistenz nicht ansagen, außer der "Angreifer" fragt danach.

Hey, durch das "muss nicht ansagen" geht der ganze Reiz verloren, den Nekromanten fett ins Gesicht zu grinsen und "Hähä, Resistehent!" zu rufen!

Magiegespür (3)
Stufe 1: Der SC spürt, wenn er sich auf ein bestimmtes Objekt, eine Person o.Ä. konzentriert, ob in demselben Magie wirkt, oder ob es sich um einen Magiewirker handelt. Geweihte Gegenstände oder Personen werden nicht erkannt.

Ich finde die Tatsache, dass es Magiegespür nur einstufig gibt, nicht so faszinierend, dass sie meinetwegen angekündigt werden müsste...

Kräuterkunde (2/4/6)
Stufe 1: Der SC erkennt einige verbreitete Kräuter und ihre Anwendung.
Beispiel: "Hey, das ist Hanf, das kann ich rauchen!"
Stufe 2: Der SC kennt auch weniger verbreitete Kräuter.
Aber nicht ihre Anwendung. Beispiel: "Hey, das ist Opium. Und jetzt?"
Stufe 3: Selbst seltene Kräuter sagen dem SC etwas, und er kennt die Fauna in- und auswendig.
Beispiel: "Ey, neulich, da hat so'n LSD-Pilz zu mir gesagt..." Fauna ist ein Schreibfehler, es soll Faune heißen.

Telepath (5)
Der SC konzentriert sich 10 Minuten lang und schreibt eine Nachricht auf einen Zettel (das dauert deshalb so lange, weil er sich zu viel mit Kräuterkunde 3 beschäftigt hat), die dann von einem SL dem Empfänger überbracht wird. Steht der Betreffende neben ihm , können sich die zwei direkt off-time unterhalten. Ist der Empfänger kein Telepath, so muss der SC ihn entweder sehr gut kennen (Freund), ihn direkt sehen können oder eine genaue Beschreibung der Person, sowie des Aufenthaltsortes haben.

Heybringeinbiermitheybringeinbiermitheybringeinbiermit.... Wo bleibt mein Bier?

Dies war lediglich die erste Seite des Regelwerks. Rest folgt.



Montag, 17. März 2008

Frauen im LARP I

Ich mache inzwischen seit, warte mal, vier Jahren offiziell LARP und dachte eine Zeit lang, dass Frauen in der Dömäne ein wenig benachteiligt würden.
Darauf sagte man mir ich sei kindisch, habe kein Selbstbewusstsein und könne vermutlich nix (und käme mir deshalb benachteiligt vor bzw. würde zu Recht benachteiligt).
Als Frau im LARP hat man verschiedene Rollen zur Auswahl.

Starke Frauen

Nummer 1: Die Amazone
Typ A: Die Männerhasserin
Macht auf Lesbe, hat einen Zweihänder (alternativ: Breitschwert und Schild), spielt bevorzugt Barbaren ohne jeglichen Kulturellen Hintergrund und behauptet generell, sich von Männern nichts sagen zu lassen.
Beispiel: Xena
Typ B: Der Survivor
Tut so, als sei sie vollkommen autark, kriecht aber bei jeder Gelegenheit ins Bett eines Mitspielers/ diverser SLs (alles schon erlebt) und läuft in aufreizender, total schwachsinniger Rüstung rum (auch bekannt als Ketten-BH mit Lendenschurz/ knallenger Lederhose). Wird von männlichen Mitspielern so behandelt, dass sie sich für gleichberechtigt hält.
Beispiel: Xenas Tussi (wie hieß die noch mal?), Keira Knightley in "Artus"

Nummer 2: Die Kriegerin (nicht: -> Verkleidet als Mann)
Gehört für gewöhnlich einem Söldnerhaufen/ Spießertrupp/ Sonstwas an. Glaubt sich, wie Nummer 1, gleichberechtigt, ist aber OT fast immer mit einem hochrangigen Gruppenmännchen zusammen. Kann auch als Halbelfe oder noch schlimmer, Halbelfenfeldscherin auftauchen. Ist auf Cons ziemlich vorlaut, redet OT nur mit ihrem Herrchen, pardon, Herzallerliebsten (-> ranghohes Männchen).
Beispiel: Kenn ich diverse persönlich. Hab ich auch mal gespielt, allerdings ohne -> ranghohes Männchen.

Nummer 3: Die Heilerin
Typ A: 08/15-Heilerin mit Leonardo Carbone-Kleidchen, Leuengold-Dolch und zwei Streifen Bettlaken zum Verbinden. Kann nix, weiß nix, hat einen weiten Ausschnitt. Keine Ahnung von der Materie, glaubt, dass das Lazarett ein ruhiger Arbeitsplatz ist.
Beispiel: Kleine Erstlarpies
Typ B: Trägt Hosen/ Nicht-Leonardo Carbone, hat mindestens einen Erste Hilfe-Kurs hinter sich, weiß, dass das Lazarett laut, stickig und verdreckt ist, hat knapp zwei Tonnen Verbandsmaterial, Tränke und Kunstblut dabei, kann mit Nadel und Faden umgehen. Schlägt auch mal einen Patienten nieder, wenn er stresst (nicht sonderlich gesund...). Männer sollten zwar nett zu ihnen sein, merken das aber oft zu spät.
Beispiel: Kenn ich, hab ich gespielt.

Montag, 3. März 2008

I've got the Blues...

...oder wie man das heute nennt.
Am Wochenende hatte ich das zweifelhafte, selbstbestimmte Vergnügen, mir eine einstündige Sendung auf einem angeblichen Musiksender anzusehen.
Allerdings haben die augenscheinlich mehr damit zu tun, junge, braungebrannte Menschen mit Profilneurose zu verkuppeln, als Musikvideos abzuspielen.
Bei der Sendung, die ich mir antat, ging es tatsächlich um Musik. Genauer gesagt durfte das geneigte Publikum die Reihenfolge von zehn Videos einer sog. Künstlerin (ugs. für Person mit -> außergewöhnlicher Kleidung und -> Begabung) voten (ugs. für auswählen). Zwischen den nicht komplett gezeigten Videos erzählte eine V-Jane (ugs. für weibliche Person, die a) so tut, als hätte sie Ahnung von Musik, ~Geschichte und b) Videos -> ansagt) völlig belangloses Zeug über die -> Künstlerin, wie z.B.
- "Eigentlich hatte se ja ihren ersten großen Hit schon vor ein paar Jahren, aber in Deutschland kannte se da noch keiner."
- "Die Frisur war total schwer nachzumachen!"
- "An meinem Outfit seht ihr vielleicht schon, um wen's heute geht, ich hab mal versucht, mich genau so lasziv auf das Sofa zu legen..."
Über die mehr als offensichtliche Magersucht der -> Künstlerin, ihren Drogenkonsum, ihre Begabung, keinen wirklich reinen Ton zu treffen und die Tatsache, das ihre Haare einem verlausten, angefaulten Wespennest glichen, fiel kein Wort.
Der Hammer allerdings war folgende Bemerkung:
"...weil ihr Musikstil, dieser Blues und Jazz ja was ganz neues war..."
Es haute mich aus den Socken.
Ganz im Ernst.
Wikipedia behauptet, dass sich Jazz um etwa 1900 herum und Blues gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte.
Mein Vater sagt das auch, und der ist Musiker.
Doch laut MTV (ja, ich habs gesagt. Ich weiß.) entstanden diese Musikrichtungen, die per definitionem Crossover-Richtungen darstellen, so um 2003 herum.
Hab ich was verpasst? War die Musik aus dem Radio und von Schallplatten nur Illusion? Hat Justin Timberlake endlich zugegeben, dass er Britneys verschollene Zwillingsschwester ist?
Ich bin mir nur nicht mehr ganz sicher, ob die Redensweise I've got the Blues inzwischen nicht einfach nur noch auf einen ziemlich miesen Musikgeschmack hinweist anstatt auf die gedrückte Stimmung des Sprechers.
R&B ist bekanntlicherweise - oder etwa nicht? - die Abkürzung für Rhythm and Blues. Der Rhythmus bezieht sich in den folgenden Fällen vermutlich auf den einschläfernden, nicht sonderlich innovativen Beat der Musik (wenn man das so nennen darf).
Aber Blues? Nein, die Sängerinnen hören sich lediglich so an, als würden sie permanent Taschentücher brauchen.
*heul*

"Blues/Jazz" singen momentan:
- Alicia Keys ("No one no one no owowowowooooon, blub")
- Oben Beschriebene alias Amy Winehouse ("Die wollten, dass ich in die Reha geh [wegen übermäßigen Drogenkosums], aber ich hab nein gesagt...")
- Leona Lewis (I keep, keep bleeding love, Keep bleeding Keep, keep bleeding love, You cut me open, Das muss doch WEH TUN!)
- und jede Menge anderer, total unnötiger -> Künstlerinnen, die aber im Moment in den Medien nicht allzu präsent sind.

In Fachkreisen wird gemunkelt, das diese Musik als romantisch, tiefgründig und anspruchsvoll klassifiziert werden soll.
Ich rate dringend davon ab.

Alles Hübschhässliche.