Mittwoch, 3. Juni 2009

Zwielichtige Gestalten

Eine Frau, die nach ihrem Vater benannt ist, lässt auf sehr interessante Familienverhältnisse schließen. Diese Umstände könnten unter anderem mit verantwortlich für die Qualität des meiner Meinung nach höchst grausamen speziellen Machwerks dieser Frau sein. Ja, ich spreche von Stephenie Meyer, der Autorin der - aus welchen hirnrissigen Gründen auch immer - erfolgreichen Bis(s)-Reihe.

Ich möchte ihr nicht vorhandenes schriftstellerisches Talent einmal völlig außen vor lassen und mich viel mehr mit ihrer Motivation, Bücher zu schreiben, befassen. Frau Meyer plante im letzten Jahr, einen zusätzlichen Band zu ihren zwielichtigen Werken zu verfassen. Dieser sollte die Ereignisse des ersten Romans aus der Sicht Edward Cullens erzählen. So gesehen keine schlechte Idee, wenn man seinen Lesern nicht ein winziges Bisschen Empathie zugesteht. Um die Twilight-Fans schon einmal richtig auf die Veröffentlichung desselben einzustimmen, stellte sie einige Teile des Textes als kleines Leckerli auf ihre Homepage. Das hielt wohl jemand für eine äußerst gute Idee und stellte die übrigen Teile des Manuskripts auch noch online, ohne Frau Meyer um Erlaubnis zu fragen. Diese war dann äußerst beleidigt und stellte kurzerhand die Arbeit an dem Buch ein.

Spätestens an dieser Stelle sollte man ein wenig stutzig werden. Sie macht sich die Mühe (?), ein Buch zu schreiben, bringt es aber nicht zu Ende, weil die Fans schon vor dem Verkaufsstart des Buches größere Teile davon lesen können? Die einzige Erklärung, die ich dafür finden kann, ist, dass sie fürchtet, der Profit bleibe aus, wenn die Leute die Story schon aus dem Internet kennen. Ein Schriftsteller, der tatsächlich schreibt, weil er brauchbare Literatur schaffen will, würde, so denke ich, das Buch trotzdem vollenden und veröffentlichen. Wenn es gut ist, werden die Fans es auch kaufen. Die Textpassagen, die im Netz zu finden sind, sind wahrscheinlich sogar kostenlose Werbung.

Ja, ich glaube, dass Frau Meyer geldgeil ehrgeizig ist. Ihre Bücher sind unterirdisch grottig unterer Fanfiktion.de-Druchschnitt und ihre hier nicht thematisierte Einstellung zum Thema Sexualität ist zu Kotzen problematisch. Aber wen kümmert das schon, so lange es genug Idioten geneigte Leser gibt, die für diesen Schund diese Perlen der Vampirliteratur Geld ausgeben.

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