Mittwoch, 10. Juni 2009

Bis(s) in die Gummizelle

Schauergeschichten, Mrs. Meyer, ist nun beim besten Willen keine Vernünftige Überschrift für's sechste Kapitel, sondern klingt eher nach dem Titel für einen grausigen, aber keineswegs erschreckenden Abschnitt einer Fanfiction, die von einer hormongesteuerten Sechzehnjährigen geschrieben wurde, die glaubt, eine Ahnung von etwas zu haben, das man normalerweise "Schreibstil" nennt. Es klingt einfach nicht. Leider werden Sie diesen Blog nie lesen, und selbst wenn, werden Sie meine Schmähschrift einfach nicht beachten, weil sie an Ihrer Awesomeness abprallt. Versuchen Sie doch mal, sich mit Chuck Norris anzufreunden. Der weiß, warum da Stroh liegt.
In Gabeln ist übrigens weiter nichts neues los, Bella ist so intellektuell und gebildet wie immer, jetzt liest sie nämlich Macbeth. Allerdings erscheint es mir nicht weiter verwunderlich, dass sie sich drauf konzentrieren muss, wahrscheinlich ist der Storyverlauf ein bisschen zu kompliziert für jemanden, der sich nur mit "Typ trifft Mädchen, Typ verliebt sich unsterblich in Mädchen, Typ ist zu gefährlich für Mädchen und Typ kriegt Mädchen" befassen muss.
In der Schule können wir Bella inzwischen endlich zufriedenstellen, sie wird nämlich langsam bei den hässlichen, verlogenen Schülern mit unangenehmen Stimmen unbeliebt. Hässlich, verlogen und blödklingend sind die übrigens erst, seit Miss Ichbinjasoanders gelauscht und ein bisschen Lästerei mitbekommen hat. Sie versteht zwar nicht, wie man jemanden (sie selbst) nicht mögen kann, wenn man ihn doch nicht kennt, ist dazu aber offensichtlich problemlos in der Lage. Jaja, und wer lauscht, kann sowieso nicht erwarten, dass er das zu hören bekommt, was er hören will...

Stubenhockerin ist sie auch. Aber Mitläuf-, pardon, Märtyrerin genug, mit Leuten, die sie allesamt für doof und unter ihrem so wahnsinnig hohen Niveau hält, an den Strand zu fahren.
Alle hassen dich, Bella.
Mich eingeschlossen.
Heul doch.
Naja, jedenfalls ist Geringschätzung gegenüber anderen was Tolles, hab ich nicht Recht? Die Gegend und die Leute sind grundsätzlich scheiße, aber der Strand, an den du nicht wolltest, aber an dem du mit größter Freude unglückliche Emo-Stunden deiner Kindheit verbracht hast, ist toll? Hier haben wir es definitiv mit einer Art von manisch-depressivem Verhalten zu tun, gepaart mit einem seltsamen Komplex, bei dem ich mich nicht zwischen Minderwertigkeit und Selbstüberschätzung entscheiden kann.
Ach, tiefgründig sind wir auch noch? Gut, schließlich lesen wir ja Sturmhöhe und Macbeth und können uns in die Betrachtung eines Teiches versenken (mir wäre es lieber, wenn Bella sich selbst im Teich versenken würde, aber meinetwegen kann das auch gerne wer anderes für sie erledigen - Hauptsache, sie ist weg.). "Tollpatschig" ist sie immer noch, aber hier von mir ein gut gemeinter Rat: Wenn man nicht ständig an Edward! denkt, fliegt man auch nicht ständig auf die Schnauze.

Liebes Tagebuch,
Heute habe ich entdeckt, dass Männer Idioten sind. Naja, eigentlich wusste ich das schon vorher, weil alle, die mir hinterherrennen außer Edward! ja voll blöd sind. Und so. Aber heute hab ich einen Typen getroffen, dem ich einfach nur ein bisschen Hoffnungen machen musste und schon hat er mir alles erzählt, was ich wissen wollte. OMFG, die Cullens sind vielleicht Vampire!!! Ich muss mich jetzt konzentrieren, um nicht nachzudenken.
Ich liebe mich, weil ich ja so toll und absolut anders bin,
Bella.

Das ist kein Auszug aus dem Buch, btw.. Jah, Jacob. Der putzige kleine Werwolf, Urfeind des Vampirs (Spoiler: Am Ende stellt sich raus, dass er kein Werwolf, sondern ein Gestaltwandler ist, damit alle Freunde bleiben können...). Irgendwie hege ich ja jedes mal Sympathien für den in die Protagonisting verknallten besten Freund, in der Hoffnung, sie ist nicht so blöd, sich für den Helden zu entscheiden. Diese Jungs sind meistens besser geschrieben als der Protagonist, aber wahrscheinlich ist das ein Versehen.
Bella ist erbärmlich.

Zum Abschluss dieses Posts schlage ich eine Gruppentherapie für den gesamten Cast vor.
Und jetzt geh' ich Frühstücken (Schlechte Autorinnen aussaugen).

Tschüss.

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