Kapitel 5.
Die Worte "Sarkasmus" und "sarkastisch" werden mir persönlich im Kontext mit Bella ein bisschen inflationär gebraucht. Mein liebes Kind, du bist nicht mal ironisch, wie willst du da sarkastisch sein? Mrs. Meyer, wie kommen sie dazu, ihre platte, schlecht geschriebene Heldin sarkastisch sein lassen zu wollen? Soll ihr das mehr Tiefe verleihen, so, wie diverse angedichtete Geisteskrankheiten Mädels, die unbedingt auffallen und Psychologie studieren wollen? Oder so?
Ich sollte vielleicht eine Strichliste anfangen, wie oft jene Wörter in diesem Verbrechen an der Buchwelt vorkommen, aber dann müsste ich noch mal von vorne anfangen, und das würde ich definitiv nicht durchhalten. Bleiben wir also einfach bei dem Statement: ZU. OFT!
Hach ja. Eigentlich wäre es doch so einfach: Ein bis(s)chen viel weniger Mary-Sue, ein paar kleine Umformulierungen, ein wenig bessere Kapitelüberschriften, und das Buch wäre annähernd annehmbar. Von den noch immer schrecklich oberflächlichen Charakteren und der *bäh* Story mal abgesehen. Gut, wenn ich ein beeinflussbares kleines Mädchen ohne Charakter wäre, fände ich Edward! Cullen wahrscheinlich auch to-... Oh Mist.
Kann übrigens sein, dass ich das schon mal gesagt hab, aber ich schicke Mrs. Meyer bei Gelegenheit eine Farbkarte. Ocker. Du lieber Himmel. Das ist nicht, ich wiederhole, nicht das Gleiche wie Gold. Aber gut, was soll man schon erwarten. Nicht, dass ich besonders positiv an das Machwerk rangegangen wäre.
Mrs. Meyer neigt ja auch dazu, Eindruck schinden zu wollen und verbindet absolut ungekonnt Anspielungen auf Jugend- bzw. Comickultur und die Erwähungen großer Klassiker mit ihrer unsäglichen Schmonzette. Mal im Ernst, Hausfrauenromane im Stil von Die Hängematte des Highlanders sind besser...
Ach, wie erfreulich. In diesem weltbewegenden (das Wort sollte ich mir eigentlich für das Kapitel mit Bellas und Edwards erster Knutscherei aufheben) Kapitel finden wir heraus, dass dem schönen Schwan, auch bekannt als Miss Ichbinsounglaublichanders, vom Anblick des Blutes anderer Leute schlecht wird. Verdammt, ich hätte ihr das Kotzen so gegönnt, aber nein, Edward! muss sie ja auf die Krankenstation bringen, damit sie ihn frostig anstarren und nebenbei den Instantorgasmuss unterdrücken kann, den sein Anblick bei ihr auslöst.
Oh, ich hab die einzig wirklich schöne Stelle im Buch gefunden!:
"Er verabscheut mich zutiefst!", sagte Edward fröhlich.
Allerdings bin ich mir äußerst unklar darüber, ob das Absicht war.
Bella und Kerle. Ich kann's ja nicht mehr wirklich sehen, weil sie so unglaublich herablassend ist (Ich bin auch herablassend, aber ich bin nicht die Protagonistin in irgendeinem miesen Teenagerschinken, die eine sympathische Identifikationsfigur für die Leserin darstellen soll. Ich darf das.). Ja, das Bubi steht auf dich. Schön, dass du Mitleid hast, Bella, aber ist es wirklich nötig, im nächsten Satz zu erwähnen, wie sehr der Typ dich anwidert und nervt? Wir wissen's langsam.
Weil du es schon vorher mindestens achtundsiebzigtausendvierhundertneununddreißig mal erwähnt hast.
Sarkastisch! Da ist es schon wieder!
Und erneut beweißt Mrs. Meyer eindrucksvoll, dass Amerika vom bösen, bösen Allgemeinwissen verschont geblieben ist: "Du kennst Debussy?" Ich kenn' den auch. Rennt mir deshalb ein gutaussehender Typ mit spitzen Zähnen hinterher, der zwanghaft versucht, meine Gedanken zu lesen? Nö.
Dieses Buch ist ein einziges langgezogenes "Aaaaaaaargh!".
Nochmal zu der Fangirl-Sache, dann ist für heute Schluss: Weil Bella ja so schrecklich intellektuell ist, sag' ich's mit Shakespeare:
Ich danke Gott und meinem kalten Herzen, dass ich relativ vernünftig bin und noch nicht dem Zauber von Edward!s undefiniertfarbigen Augen erlegen bin.
Tschüss.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
2 Kommentare:
Das Buch ist kein ARGH, es ist ein BLÄH.
Jaaah, mehr Comments!
Kommentar veröffentlichen