Mensch. Hätte ich gewusst, dass ich Leser hab, hätte ich den Blog nicht so verwaisen lassen. Danke für die Tritte in den Hintern. Die waren nötig ^^.
Aber zum eigentlichen Thema.
Die Schule hat wieder angefangen und nach über einem Monat Abstinenz haben wir tatsächlich wieder mal Englischunterricht.
Dass wir keinen hatten war meiner Meinung nach weniger die Schuld der Lehrerin (die war ziemlich krank), sonder die unseres ausgeklügelten Schulsystems, das dafür sorgt, dass es für vier zwölfte und nochmal vier elfte Klassen á ca. 30 Schüler (sind ungefähr 240 Schüler) nur eine dauergestresste, minimal aggressive Lehrerin gibt.
Jedenfalls, wir lesen jetzt Lektüre.
V for Vendetta.
Wer die Überschrift gar fleissig studiert hat, weiß jetzt schon, dass da irgendwo ein Haken sein muss und darf sich einen Leuchtkeks nehmen. Den kann er dann auch Nachts essen.
Ich, Streberin die ich bin, hab das Büchlein mit dem roten Einband gleich am ersten Tag verschlungen - und fand es blöd. Weil es scheinbar Leute gibt, die erheitert sind, wenn ich was blöd finde, gibt es hier die Zusammenfassung.
Naja, es geht um zwei Idioten auf einer amerikanischen Highschool, die sich gerne und ständig und schon in zärtestem Alter vollsaufen und zukiffen, in der Schule gehänselt werden, weil sie sich und anderen keinerlei Respekt entgegenbringen (von allem nicht den ultrabösen und furchtbar gemeinfiesen Footballspielern) und am Schluss deshalb einen auf Columbine machen. Es gehen im Buch allerdings weniger Leute drauf als damals (um genau zu sein nur einer, nämlich der nettere der beiden Deppen).
Erzählt wir dieser heitere Schwank von der Stiefschwester des am Ende toten Idioten, die die Erinnerungen von diversen Beteiligten zusammenträgt.
Trotz der Erklärung, dass nichts beschönigt und niemand in Schutz genommen werden soll, kam mir beim Lesen das Kotzen. Grässlich.
Aber bitte, es ist schließlich Amiland, da kommt jeder Trottel an eine Feuerwaffe ran. Manchmal möchte ich fast glauben, dass Amerikaner alle entweder konservative Affen, fette Bildungslücken oder zurückgebliebene Primaten der untersten Schublade sind (Aber es ist nicht so. Zum Glück).
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass sich solche Vorfälle immer nur in irgendwelchen Hinterwaldkäffen abspielen? In New York City passiert sowas nicht.
Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass es sich bei dem von mir unter Würgen gelesenen Buch keineswegs um die literarische Ausgabe des verfilmten Comics um einen Guy Fawkes-Verschnitt handeln dürfte. Das war nämlich leider bis Weihnachten vergriffen.
Das oben zusammengefasste Machwerk kursiert unter dem Namen Give a boy a gun in der westlichen Hemisphäre, verbrochen wurde es von einem gewissen Morton Rhue.
Von dem hab ich schon mal was gelesen.
Sie dürfen raten, ob es vor mir Gnade gefunden hat.
Abgesehen von den absolut lächerlichen Vokabelhilfen von Reclam, die zu 90% aus Wörtern , die man eigentlich sogar in der Hauptschule zum Grundvokabular zählen sollte, und zu den restlichen 10% aus Netspeak-Ausdrücken bestehen, ist der Rhue'sche Schreibstil nichts, was ich mir unbedingt noch mal antun wollte. Ist aber Geschmackssache.
Wer scharf darauf ist, Bücher über Leute in größtenteils selbstgemachtem Elend zu lesen, dem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.
Auf Deutsch: Ich knall euch ab!.
Sympathischste Charaktere: Die Footballspieler.
Gesamtnote: Blärk.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen